Schachclub Bad Soden
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Schach in Bad Soden

  Erfolgreich Schach spielen
Der Schach-Club Bad Soden a.Ts. heißt alle, die Interesse und Spaß am Schach spielen haben, herzlich willkommen. Wer neben unverbindlichen (Blitz-)Partien auch an Turnieren teilnehmen möchte, kann selbstverständlich im Rahmen einer unserer Mannschaften mitspielen. 
Kinder
werden gezielt an das Spiel auf den 64 Feldern herangeführt und lernen Regeln und die ersten taktischen Spielzüge. Später können sie ihre Spielfreude mit Altersgenossen ausüben oder im Rahmen einer Schülermannschaft schon die ersten Erfahrungen im Wettkampf unter Gleichaltrigen sammeln. 
Interessierte Jugendliche, Erwachsene und Senioren sind zu unseren Trainingsabenden (Freitags 18-19 Uhr für Kinder, Freitags ab 20 Uhr für Erwachsene) herzlich eingeladen. 
In geselliger Atmosphäre bietet der Schachclub allen die Möglichkeit regelmäßig einige Partien zu spielen. Anfänger sind dabei ebenso herzlich willkommen wie fortgeschrittene Spieler. Ausführliche Informationen zum Verein gibt's >>>hier.

+++Letzte Meldungen+++
(Frühere Meldungen finden Sie >>>hier im Archiv)

 3. Main-Taunus-Cup Chess960 vom 12.-14. Oktober 2007:
 Nutzen Sie die bequeme Online-Anmeldung >>>hier

     Die neuen Mannschaftsaufstellungen

Jetzt ist es offiziell: auf der MTS-Spielleitersitzung hat der Schachclub Bad Soden die Spieler aller 12 Mannschaften gemeldet. Hier sind die Mannschaftsaufstellungen.

     Mit neuem Teilnehmerrekord in die neue Saison

Für die kommende Saison 2007/2008 hat der Schachclub Bad Soden mit insgesamt 76 aktiven Spielern wieder eine neue bemerkenswerte Marke im Breitensport gesetzt. Unter dem Motto "Wer Schach spielen will, soll die Gelegenheit dazu bekommen" verfolgt der Schachclub schon seit mehreren Jahren dieses Prinzip. Das Ergebnis für die nächste Saison: 12 aktive Mannschaften je nach Leistungsstärke von der MTS-Liga zur Kreisklasse D. Und erstaunlicherweise hat es in den vergangenen Jahren nur eine minimale Ausfallquote gegeben, daß bei Wettkämpfen ein oder mehrere Bretter unbesetzt waren und somit kampflose Niederlagen die Folge waren.

Nach wie vor sucht der Schachclub noch neue Spieler in allen Kategoriern: Jung oder Alt, Männlein oder Weiblein, starke und ehrgeizige Spieler zur Verstärkung der oberen Mannschaften, Hobbyspieler zur Ergänzung der mittleren Mannschaften. Oder junge Nachwuchsspieler, die nicht nur zu Hause am heimischen Computer spielen, sondern auch einmal ihr Können im direkten Vergleich gegen menschliche Gegner am Brett messen wollen. Kommen Sie einfach mal freitags am Spielabend vorbei in den kleinen Mehrzweckraum in der Hasselgrundhalle in der Gartenstrasse.

     Sodener Schachspieler siegreich: Schnellschachweltmeister und Doppelsieg in  Ratingklasse

Bei den Chess Classic Mainz 2007 waren Bad Sodener Schachspieler gleich in mehreren Kategorien siegreich und erzielten beachtenswerte Platzierungen. So ging der Titel im klassischen Schnellschach (20 Minuten Bedenkzeit) zum neunten Mal in Folge an einen Schachspieler aus Bad Soden. Jawohl! Beim alten und neuen Weltmeister handelt es sich um den indischen Superstar und Weltranglisten-Ersten GM Vishy Anand, der Bad Soden zu seiner Wahlheimat gemacht hat, zumindest während er seine Turniere und Bundesliga-Spiele in Deutschland absolviert. Ansonsten geht er für den Deutschen Meister Baden-Baden an den Start. Der inzwischen fliessend Deutsch mit hessischem Zungenschlag sprechende Anand praktiziert dies gut und gerne, am liebsten im Dialog mit seinem GM-Kollegen Peter Svidler aus Russland ("Ei Pedder, babbel doch net so dumm' Zeuch"), wenn sie in einer gemeinsamen Analyse eine Schachpartie besprechen.

Doch nicht nur der indische Superstar trumpfte bei den Chess Classic in Mainz auf, auch die Spieler vom Schachclub Bad Soden erzielten überraschende Ergebnisse. So wurde Ralf Kellerwessel Sieger in der Ratingklasse IV (<1750) mit 6 Punkten aus 11 Partien, Stefan Schmieder errang den beachtenswerten zweiten Platz. Und so lief aus Sicht von Ralf Kellerwessel das ORDIX-Turnier:

2 Runden vor Schluss hatten Stefan Schmieder und ich unsere Hoffnungen auf Platz 1 so gut wie begraben, auf den Plätzen 6 und 8 mit einem Punkt Rückstand auf den lange führenden K. Künitz (DWZ 1697).

Ich traf in Runde 10 mit Schwarz auf S. Spiekermann (DWZ 2054, gesetzt an 439 - gute 200 Plätze höher als ich).  Nach entgegengesetzten Rochaden brachte er meinen Bauernsturm auf seinen König zum Stehen und versuchte dann, kombinatorisch den Gewinn  zu forcieren. Dies verhalf mir zu entscheidendem Gegenangriff. Auch Stefan gewann; nach Runde 10 gehörten wir mit je 5 Punkten zur fünfköpfigen Spitzengruppe. In der letzten Runde spielte mein Gegner W. Hobusch (Elo 2117) eine mir völlig unbekannte Variante des Sizilianischen: 1. e4 c5, 2. Sf3 Sc6, 3. Lb5 Sd4 . Ich tauschte ab und konnte den durch Lg7 und Db6 unzureichend gedeckten schwarzen Bauern auf d4 später erobern. In der zwar geschwächten, aber wohl noch zu haltenden Stellung dachte Schwarz zu lange nach: Zeitüberschreitung! 2 Konkurrenten verlieren; Stefan und ein weiterer remisieren: Sieg!!!

Aus meiner Froschperspektive mit DWZ 1690 waren mir die Gegner (Schnitt ca. DWZ 2000) als Riesen erschienen, und doch landeten die meisten so ca. 100 Plätze hinter mir. Den erfolgreicheren S. Schork (DWZ 2094, Platz 201) und H. von Weizsäcker (DWZ 2021, Platz 212) konnte ich sogar halbe Pünktchen abjagen.

Fazit: 6 aus 11, Platz 329 (!!!) im Gesamtklassement - nicht nur alle Erwartungen, sondern auch alle Hoffnungen übertroffen!

Ralf Kellerwessel braucht sich allerdings ob der exotischen Sizilianer-Variante nicht sonderlich grämen, denn in der Chessbase-Datenbank (www.chesslive.de) findet man keine einzige Partie, die so eröffnet wurde. Vielleicht wird diese offizielle Turnierpartie ihren Weg in die Datenbanken der Schachwelt Eingang finden und dann später als die „Mainzer Kellerwessel-Abtauschvariante“ bezeichnet. Die Chancen dafür stehen sicherlich nicht schlecht.

Im Mini-FiNET Open ging Gabriela Vukusic bei den U10-Kindern an den Start und holte dabei 2 Punkte, was ihr eine Platzierung auf Rang 7 bescherte. Im Mini-ORDIX-Open steigerte sie sich auf eine Ausbeute von 2.5 Punkten und kam damit auf Platz 17 in diesem sehr stark besetzten Turnier.

Im FiNET Open wurde Chess960 mit 20 Minuten Bedenkzeit gespielt. Hier erreichten die Sodener folgende Platzierungen:

Rang 208: Gerolf Dietz (4.5 Punkte)
Rang 243: Geir Smith-Meyer (4.0 Punkte)
Rang 264: Achim Relitzki (3.0 Punkte)

Mit 762 Teilnehmern verzeichnete das ORDIX-Open eine neue Rekordmarke, zahlreiche Großmeister und starke Spieler aus Deutschland und der Rhein-Main-Region waren am Start.

Rang 329: Ralf Kellerwessel (6.0 Punkte)
Rang 413: Stefan Schmieder (5.5 Punkte)
Rang 590: Dr. Friedrich Bittner (4.5 Punkte)
Rang 685 Geir Smith-Meyer (3.5 Punkte)

Dr. Klaus-Jürgen Lutz vom Nachbarn SC Steinbach erzielte mit 7.0 Punkten einen hervorragenden 98. Rang, Frank Steiger (Kelkheim) kam mit der gleichen Punktzahl auf Rang 130. Beide platzierten sich noch vor GM Viesturs Meijers (Sieger des 1. Chess960-Main-Taunus-Cup 2005), der mit 6.5 Punkten auf den 163. Platz kam. Der Deutsche Jugendmeister Julian Geske aus Hoechst, der für den SV Hofheim spielt, kam mit 6.0 Punkte auf den 240. Rang. Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel erzielte 5.5 Punkte und platzierte sich auf Rang 411, einen halben Punkt vor dem schwedischen GM Ulf Andersson (Rang 436). Alle Ergebnisse und weitere Berichte auf www.chesstigers.de

     Die Sehnsüchte der Fußballprofis

14.8.2007.

Wie oft haben wir es schon gehört: Fußballprofis wollen Fußball spielen, am sehnsüchtigsten auf einem Niveau jenseits ihrer normalen Leistungsfähigkeit. Und wie schön zeigen sie ihre Empörung, wenn der Coach sie mitten im Spiel infolge taktischer Zwänge, zum Selbstschutz vor einer Gelb-Roten Karte oder einfach wegen schlechter Leistungen vorzeitig auswechselt - ihre Rhetorik in den nachfolgenden Interviews steht dann oftmals in diametralem Gegensatz (Sorry Germanistik-Freaks für diesen Pleonasmus) zu dem, was der Trainer, die Reporter und Tausende von Zuschauern gesehen haben.

Eine Einwechslung der besonderen Art praktizierte einst der als Fussballspieler mit dem Prädikat "genial" versehene Günter Netzer. So beschrieb der NDR die Selbsteinwechslung von Günter Netzer: "Der Star und einer seiner größten Tage. Pokal-Finale 1973: Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln. Günter Netzers Wechsel zu Real Madrid steht fest, Trainer Weisweiler ist verärgert darüber und setzt seinen Spielmacher auf die Bank. Nach der regulären Spielzeit steht es 1:1 unentschieden. Da reißt dem großen Blonden mit den schwarzen Schuhen der Kragen, und er wechselt sich selbst ein. Netzer ist drei Minuten auf dem Platz, als er das entscheidende Tor erzielt. Die erfolgreichste Selbstjustiz der Sportgeschichte und ein grandioser Abschluss nach zehn Jahren bei Borussia Mönchengladbach."

Auch wenn es den Fußballprofis um mehr Geld und bessere Verträge bei einem anderen Verein geht, wird die Sehnsucht nach dem Spiel auf höherem Niveau - in der Champions League, bei der Europameisterschaft oder gar der Weltmeisterschaft - als Motivation vorgegaukelt.

All dies hatte Börries Wendling vom Schachclub Bad Soden nicht nötig, als er im traditionellen Auftakt-Simultan der Chess Classic Mainz an einem der begehrten Bretter gegen GM Vassily Ivantchuk, derzeit die Nummer 4 der FIDE-Weltrangliste, antrat. Börries spielte hochkonzentriert ohne sichtbaren Angstschweiß auf der Stirne im Angesicht des genialen Großmeister-Gegners. Insgesamt musste Ivantchuk vier Remisen und eine Niederlage an den 40 Brettern hinnehmen - ob Börries Wendling auch dabei war, hat er noch nicht verraten.

GM Vassily Ivantchuk (links) gegen Börries Wendling (rechts) Chess Classic Mainz 2007. Foto: Eric van Reem

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Chess Classic Mainz finden vom 13.8. bis 19.8.2007 in der Rheingoldhalle in Mainz statt. Alle Informationen hier: http://www.chesstigers.de/

     Bei schönem Wetter mit Freunden Chess960 spielen - 3. Bad Sodener Chess960 Freiluftturnier am Alten Wirtshaus

Bad Soden, 2007-07-22

Es ist Sonntag morgen, 9:30 Uhr. Dunkle Wolken ziehen über Bad Soden hinweg. Sie pressen sich verzweifelt ein paar Regentropfen ab. Nach 15 Minuten aber sind sie bereits vom Winde verweht, und machen Platz für ein schönes Freiluftturnier unter strahlender Sonne.

Erst stand der Eine, dann der Andere auf Gewinn,
am Ende gab's ein Remis:
Roland Bettenbühl (links) gegen Kurt Fredershausen (rechts)

So beginnt das 3. Bad Sodener Chess960 Freiluftturnier. Sechs Teilnehmer, allesamt vom Schachclub Bad Soden, haben sich eingefunden, um im Rundenmodus den Sieger unter sich zu bestimmen. Die Atmosphäre ist gelassen. Man kennt sich.

Aber Chess960 ist kein Standardschach. Die Grundstellung der Offiziere (alle Steine außer den Bauern) wird vor Rundenbeginn ausgewürfelt. Alle Bretter spielen in einer Runde mit einer bestimmten Ausgangsstellung aus 960 möglichen Kombinationen. So sind die Partien vom ersten Zug an spannend und eine gelungene Abwechslung zum Normalschach, in dem Experten die ersten Züge auswendig gelernt abspulen. Man muss sich beim Chess960 nicht schämen, dass man seine Eröffnungstheorie nicht perfekt beherrscht, denn vom ersten Zug an verlässt man hier die Pfade der Theorie - es gibt schlicht keine. Die allgemeinen Prinzipien gelten natürlich weiter, und somit ist man vom ersten Zug an da, wo man eigentlich hinwill: beim Schachspielen.

Der etwas pragmatischen Rundenauslosung ist es zu verdanken, dass das Turnier in sechs Runden gespielt wurde, obwohl alle anwesenden Experten auf fünf Runden getippt hätten. Da hätte man glatt ein paar Wetten dagegenhalten sollen :-)

Die Teilnehmer (DWZ)
Roland Bettenbühl (1602)
Robert Ackermann (1517)
Börries Wendling (1293)
Kurt Fredershausen (1262)
Daniel Pohlke (1256)
Rudi Schäfer (1254)

Die Runden:

Weiß Schwarz Ergebnis
1. Runde (Startposition 867):
Roland Bettenbühl Rudi Schäfer 1 - 0
Daniel Pohlke Robert Ackermann 1/2 - 1/2
Börries Wendling Kurt Fredershausen 0 - 1
2. Runde (Startposition 767)
Rudi Schäfer Börries Wendling 0 - 1
Robert Ackermann Roland Bettenbühl 1 - 0
Kurt Fredershausen Daniel Pohlke 1/2 - 1/2
3. Runde (Startposition 204)
Börries Wendling Robert Ackermann 0 - 1
Roland Bettenbühl Kurt Fredershausen 1/2 - 1/2
Daniel Pohlke Rudi Schäfer 0 - 1
4. Runde (Startposition 208)
Kurt Fredershausen Rudi Schäfer 0 - 1
Börries Wendling Roland Bettenbühl 0 - 1
5. Runde (Startposition 350)
Roland Bettenbühl Daniel Pohlke 1 - 0
Robert Ackermann Kurt Fredershausen 1 - 0
6. Runde (Startposition 107)
Daniel Pohlke Börries Wendling 1/2 - 1/2
Rudi Schäfer Robert Ackermann 1 - 0

Endstand:
1. Robert Ackermann (3,5 Punkte)
2. Roland Bettenbühl (3,5 Punkte)
3. Rudi Schäfer (3 Punkte)
4. Kurt Fredershausen (2 Punkte)
5. Daniel Pohlke (1,5 Punkte)
6. Börries Wendling (1,5 Punkte)

Robert und Roland teilen sich den ersten Platz, im direkten Vergleich gewann Robert jedoch. Eigentlich unerwartet, jedoch nach allem, was wir über ihn und seine Chess960-Leidenschaft wissen, nicht ganz so unerwartet, belegte Rudi Schäfer den dritten Platz vor Kurt Fredershausen. Auf dem letzten Platz liegen die beiden Organisatoren Daniel und Börries.

Mit Petrus' Hilfe und der Unterstützung aller Beteiligten war es ein gelungener Sonntag. [Börries Wendling]

     Gute Zeiten - Schlechte Zeiten

Als Klaus Lange, 1. Vorsitzender des Wiesbadener Schachvereins von 1885 und Gegner von Daniel Großjohann beim Vierer-Pokalspiel am 15.7. 2007 in Wiesbaden im 17. Zug seinen Läufer auf c3 zog, konnte Daniel Großjohann noch nicht ahnen, welches Ende seine Partie nahm. Er hatte bis dahin mit gutem Zeitmanagement seine Züge gespielt, sein Gegner mit den weißen Steinen brauchte schon etwas längere Nachdenkzeiten. Und das hatte seinen guten Grund.

Das logische Quadrat

Nun sind es Schachspieler gewohnt, in besonderen Kategorien zu denken: die Theorie ist voll von Konzepten der schwachen und starken Felder, der optimalen Quadrate für Bauern, Leichtfiguren und schwere Offiziere.

Als sich Daniel Großjohann dann in seiner Partie auf die Suche nach der besten Fortsetzung begab, musste er sich auch zwangsläufig mit den starken und schwachen Quadraten in dieser Spielposition auseinandersetzen und quasi das optimale "logische Quadrat" für seine Figuren finden.

Auf diese Suche hatten sich schon Jahrtausende vor Großjohann einige kluge Köpfe der Antike gemacht, am Ende begründete Aristoteles das Konzept der Syllogismen, nämlich das Zusammenrechnen logischer Schlussfolgerungen, die dann in einem Katalog von logischen Argumenten münden. Ob die Syllogismen für Daniel Großjohanns Überlegungen nach dem besten nächsten Zug ausschlaggebend waren, hat er nicht verraten. Tatsache ist jedoch, daß sein nächster Zug zur Explosion am Brett führte.

Lange - Großjohann: Position nach 17. Lc3.
Welches optimale Quadrat hatte nun Großjohann im Visier?

Jetzt begannen für die Kontrahenten gute und schlechte Zeiten. Doch das seltsame Ende sollte für Großjohann noch folgen. Die Partie (Bravo: die aufmerksamen Leser haben es sicher auch ohne die Logik des Aristoteles erkannt) wurde so fortgesetzt:
17. ...Sxg2
18. Kxg2  Lxf3+
19. Kg1  De8
20. Sg3  Dg6
21. Tfb1 Lg5
22. De1  h5

Hier hat Großjohann den Spielsaal kurz verlassen, als er ans Brett zurückkam, traute er seinen Augen nicht: sein Gegner Klaus Lange hatte eine seltene Variante des Spielabbruchs praktiziert.

Während der kubanische Weltmeister Capablanca, der in Havanna Kultstatus genoß, einst den Spielsaal vom anwesenden Bürgermeister räumen ließ, damit es keine Augenzeugen für eine seiner wenigen Niederlagen gab, praktizierte der Berliner Meister Curt von Bardeleben (1861-1924) einen ganz eigenen Stil. Als er beim Schachkongress in Hastings 1895 nach vorzüglichem Start und wohlberechtigten Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden gegen Steinitz in einen Mattangriff geriet (diese Partie sollte später dann in die Annalen der Schachtheorie eingehen), gab von Bardeleben die Partie nicht etwa auf, sondern verschwand einfach aus dem Turniersaal und tauchte nicht mehr auf. Diese Form der Kapitulation wiederholte der Berliner später häufig, so dass man ein damals geflügeltes Wort mit seinem Namen verknüpfte: "Liegt eine Partie aber ganz darnieder, dann geh' mal raus und komm nicht wieder".

Wahrscheinlich war sich Klaus Lange seiner schlechten Lage am Brett und seinen begrenzten Möglichkeiten durchaus bewusst: Der Wiesbadener Oberbürgermeister war nicht unter den Zuschauern und ganz so dreist wie Carl von Bardeleben wollte er die Partie nicht beenden. So entschied sich Klaus Lange für eine Zwischenlösung. Großjohann war dann über das Ende doch etwas verwundert: "Als ich zurückkam, waren die weißen Steine in der Ausgangsstellung aufgestellt, die Uhr abgestellt und mein Gegner verschwunden, ohne mir irgendwas zu sagen - mal was anderes, oder?..."

     Alles hat ein Ende - auch das Abenteuer im Hessenpokal

Am Sonntag,  den 15. Juli 2007 machten sich vier wackere Kämpfer aus Bad Soden auf, um dem Oberligist aus Wiesbaden die Stirn zu bieten. Nach der Papierform waren die Streiter aus Wiesbaden mit satten 300 DWZ Punkten mehr im Schnitt klarer Favorit.

Einziger Punktsieger:
Daniel Großjohann

Die erste Partie war an Brett drei nach 50 Minuten entschieden, der Ausspruch "Hochmut kommt vor dem Fall" war wohl ziemlich zutreffend. Daniel Großjohanns Gegner war während der Wettkampfpartie des öfteren mit allerlei Lektüre beschäftigt. Wie üblich griff Daniel Großjohann wieder mit allem an, ohne viel Rücksicht zu nehmen. Als der Wiesbadener merkte, daß Daniel kein Nachtischhappen ist, war es für ihn viel zu spät. Sein Ende war nicht mehr abzuwenden.

Die anderen Wiesbadener wussten spätestens jetzt, dass die "kleinen" Sodener das Feld nicht ohne harten Kampf räumen würden.

An Brett zwei verlor Gerolf Dietz nach etwa 3 Stunden eine Figur, weil er vergaß, einen kleinen aber feinen Zwischenzug zu machen. Die wütenden Angriffe von Gerolf fing der Wiesbadener mit der Routine eines Oberligaspielers ab. Nach knapp über 4 Stunden war die Partie zu Ende.

Thorsten Schöwer an Brett vier verteidigte sich wacker gegen einen 400 Punkte besseren Gegner, fast 4 Stunden hielt er Stand und sein Gegner musste lange Zeit ums Überleben kämpfen. Zum Schluss setzten sich die besseren Endspielkenntnisse des Wiesbadener durch.

Fast zeitgleich ging auch die Partie am ersten Brett zu Ende. Thomas Rödiger konnte lange Zeit die Stellung ausgeglichen halten. In einem komplizierten Endspiel schlich sich kurz vor der Zeitkontrolle ein kleiner Fehler ein. Der unscheinbare Bauerzug "g3" verhinderte anschließend das Aktivspiel des eigenen Läufers. Das Endspiel wurde vom Wiesbadener langwierig aber solide zum Sieg abgewickelt.

Brett 1: Nagel (2176) - Rödiger (1929)       1-0
Brett 2: Holfelder (2122) - Dietz (1833)      1-0
Brett 3: Lange (1964) - Großjohann (1857)  0-1
Brett 4:Traudes (2197) - Schöwer (1778)    1-0

Damit endete eine sehr gute Saison für die erste Mannschaft: Vizemeister in der MTS-Klasse und im 4er Pokal und auf Hessenebene vorrangekommen unter die besten 16 hessischen Mannschaften. Die oftmals besseren DWZ-Zahlen der Gegner wurden durch Geschlossenheit und Kampfgeist der gesamten Mannschaft kompensiert. [Thomas Rödiger, Mannschaftsführer] 


   
 
Kasparov kaum klüger als Kahn, Kurányi, Klose

Jetzt ist das Geheimnis um die Intelligenz der Schachspieler und Fußballspieler gelüftet, glaubt man zumindest dem Interview, das Professor Dr. Hans-Peter Thier dem SPIEGEL gewährte (Spiegel 26/2007).

Professor Dr. Hans-Peter Thier, 54, ist Direktor des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung in Tübingen. Foto: Uni Tübingen / Schönbrunner

Dort äusserte sich der Experte und Leiter der Abteilung für Kognitive Neurologie: "Die koordinative Leistung eines Kickers ist nur noch mit der eines Konzertpianisten vergleichbar". Thier untersucht an der Uni Tübingen die anatomischen und physiologischen Grundlagen kognitiver Funktionen und ihrer Störungen durch Gehirnkrankheiten.

Dabei gilt das besondere Interesse dem Verständnis visueller Wahrnehmung, sensomotorischer Integration und den neuronalen Grundlagen des Lernens. Und so könnte keine kompetentere Kognitions-Koryphäe klarstellen, daß Kasparov kaum klüger als Kahn, Kurany, Klose und Kollegen sein kann.

Auch die gewohnt elegant formulierende Frankfurter Allgemeine Zeitung zollt dem Kognitionsforscher Ehre:

"Einen veritablen Fußballprofi mit Kleinhirnläsionen hatte der Tübinger Kognitionsforscher Hans-Peter Thier noch keinen im Labor. Aber mit den Erfahrungen, die er seit einigen Jahren am Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung sammelt, wähnt sich der bekennende Fußballfan den Geheimnissen der filigranen Bewegungen der Ballkünstler auf der Spur."

Thier kommt zu seinem Schluß der Dominanz fußballerischer Intelligenz durch krude komparative Kausalzusammenhänge: "Man erkennt das zum Beispiel daran, dass ein Computer im Schach gegen einen Menschen gewinnen kann, aber ein Fußball-Roboter ist selbst gegen einen Achtjährigen chancenlos", wie er im SPIEGEL-Interview klarstellte.

 

"Die koordinative Leistung eines Kickers ist nur noch mit der eines Konzertpianisten vergleichbar".

SPIEGEL: Werden Fußballspiele im Kopf entschieden?

Thier: Im Wesentlichen ja. Ein Spieler muss ständig die Positionen der anderen Spieler und die Bewegung des Balles berechnen. Was Fußball ausmacht, basiert auf einem riesigen Blumenstrauß von Hirnfunktionen.

Spiegel: Welche Funktionen sind das?

Thier: Die Leistung, die dem Gehirn beim Fußball abverlangt wird, ist größer als beim Schach. Das Spiel fordert Logik und Kombinationsgabe. Fußball ist vielschichtiger: Motorik ist gefragt, Orientierung, Koordination, Aufmerksamkeit, Interaktion. Das statistische Rüstzeug etwa bei einem Elfmeter würde schon Bücher füllen.

SPIEGEL: Ist Bastian Schweinsteiger intelligenter als Garri Kasparow?

Thier: Das kommt darauf an, wie man Intelligenz definiert. Klar ist, dass Schweinsteigers Gehirn die anspruchsvollere Aufgabe lösen muss. Man erkennt das zum Beispiel daran, dass ein Computer im Schach gegen einen Menschen gewinnen kann, aber ein Fußball-Roboter ist selbst gegen einen Achtjährigen chancenlos.

(Spiegel 26/2007)

1971 fand in Vancouver (Kanada) ein Kandidaten-Wettkampf zur Qualifikation um die Weltmeisterschaft statt, welches von dem US-Wunderkind Bobby Fischer und dem russischen Großmeister Mark Taimanov bestritten wurde.

Mark Taimanov (links) und Che Guevara (stehend)

Die meisten Schachfreunde verbinden Taimanovs Namen mit seiner unglücklichen Niederlage gegen Fischer auf dessen Weg zum Weltmeistertitel.

Doch Mark Taimanov hat ungeachtet dessen im Schach, aber auch außerhalb ein sehr erfülltes Leben geführt. Als Kind spielte er die Hauptrolle in einem Musikfilm und wurde zum Filmstar, es folgte eine einzigartige Karriere als Konzertpianist.

Nach seinem 6:0 Kantersieg über Mark Taimanov bemerkte Bobby Fischer auf die Frage eines befreundeten Großmeisters, was er denn vom Spiel seines Kontrahenten halte, ganz boshaft: "Ich glaube, der spielt ganz gut Klavier". Doch nicht nur das Klavierspiel begeisterte die Zuhörer, unter den Schachkundigen hatte Taimanov auch einige Bewunderer, wie das Foto zeigt.

Liebling Niebling

Lokalmatador und Senior Ferdinand Niebling füllt beim Nachbarverein Frankfurt-West eine ähnliche Rolle wie Nestor Dr. Friedrich Bittner beim Schachclub Bad Soden. Beide sind in hohem Alter noch extrem spielstark und beweisen den Jüngeren ein ums andere Mal, was eine Bananenflanke ist, um wieder einmal den fussballerischen Duktus zu bemühen. In seiner langen Schachkarriere scheute sich Niebling nicht, mit den Grossen an das Wettkampfbrett  zu sitzen. Bei Svidler, Kasparov, Suetin, Ivantchuk und Kramnik avancierte er vermutlich zum heimlichen Lieblingsgegner, konnte er doch keinen dieser Klassespieler besiegen. Ganz anders sah es aus, als er gegen den Konzertpianisten und ehemaligen WM-Kandidaten Mark Taimanov bei den Senioren-Weltmeisterschaften 1998 in Grieskirchen antrat und in einer Englischen Eröffnung mit seinem Zug 6. ...c6 das Theorie-Buch "The GAMBIT Guide to the English Opening von Carsten Hansen mit einer beachtenswerten Theorievariante füllte. Hansen kam zur Einschätzung, daß Nieblings Variante zu einer ausgeglichen Stellung führt.

Und so dreht sich die Frage nach der höheren Intelligenz von Fußballspielern oder Schachspielern im argumentativen Kreis:

Schachcomputer sind besser als menschliche Schachspieler,

achtjährige Knaben sind besser als Fussball-Roboter,

Bastian Schweinsteigers Gehirn erfüllt anspruchsvollere Aufgaben als Kasparovs Gehirn,

Fussballprofis sind mindestens so intelligent wie Konzertpianisten,

Schachwunderkind Bobby Fischer schlägt Konzertpianist Taimanov und

Senior Niebling hält Ausgleich gegen Taimanov.
 

Auf der Suche nach der Fußball-Intelligenz....

...sitzt sie hier...                            oder gar da?

Die geistreichen Zitate

Fritz Walter d.J.:
Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett.

Franz Beckenbauer:
Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen

Felix Magath:
Das war europäische Weltklasse!

Berti Vogts:
„Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.“

Felix Magath:
Schach ist für mich neben Fußball der schönste Sport, weil es aufgrund der Figuren auch ein Mannschaftssport ist.

Dietmar Hamann:
Dass mein Gegenspieler mich umgestoßen und am Torschuss gehindert hat, hab ich ja noch wegstecken können, aber als er mich obendrein noch einen 'Pardon' geheißen hat, habe ich die Nerven verloren und nachgetreten

Erich Ribbeck:
Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.

Andreas Möller:
Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!

Rainer Calmund:
Jetzt stehen die Chancen 50:50 oder gar sogar 60:60.

Berti Vogts:
„Ich glaube, dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.“

Pierre Littbarski:
In der ersten Halbzeit haben wir ganz gut gespielt, in der zweiten fehlte uns die Kontinu..., äh Kontuni..., ach scheiß Fremdwörter: Wir waren nicht beständig genug

Paul Breitner:
Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig.

Otto Rehhagel:
Mit 50 bist Du als Fußballtrainer reif für die Klapsmühle. Wenn Du genug Geld verdient hast, kannst Du wenigstens erster Klasse liegen.

Kevin Keegan:
Ich weiß, was um die Ecke passiert, ich weiß nur nicht, wo die Ecke ist.

Berti Vogts:
„Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle sollte man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.“

Toni Polster:
„Ich will kein Denkmal sein, darauf scheißen nur die Tauben.“

Berti Vogts:
„Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.“

George Best über Paul "Gazza" Gascoigne:
„Ich sagte Gazza, dass sein IQ niedriger sei als seine Trikotnummer. Da fragte er mich, was denn ein IQ sei.“.
 

     Schmieders schnelle Schwitzkur

[12.7.2007] Glaubt man den Meteorologen, wird der Sommer auf dieses Wochenende fallen, die Prognosen sagen schweißtreibende 35 Grad Celcius voraus. Auf diesen reichlich verspäteten Sommereinzug wollten einige Schachspieler des Clubs nicht warten und machten sich auf den Weg zu ihrer eigenen schachlichen Schwitzkur. Die Rede ist von der 19. Internationalen Hessischen Schnellschachmeisterschaften (Werner-Adolar-Falck-Gedenkturnier 2007), die am 7. und 8. Juli in Frankfurt-Kalbach stattfanden. Stefan Schmieder unterzog sich der geistigen Schwitzkur im Schnellschach und schrieb dazu folgenden Bericht:

"Ralf Kellerwessel und Stefan Schmieder haben an der Hessischen Schnellschachmeisterschaft teilgenommen. Trotz sehr starkem Gegnerfeld - über 50% aller Teilnehmer hatten eine Wertungszahl von 2000+ - erzielten sowohl Ralf als auch ich jeweils 4 aus 11 Punkten. Da wir deutlich zu den Wertungsschwächtesten zählten bedeutet das ein sehr gutes Ergebnis.

Ich spielte Remis gegen Hans Walter Schmidt [mit einer um knapp 600 höheren DWZ ausgestattet] und bezwang unter anderem einen 2000er und spielte in der 3ten Runde gegen einen IM, der mich dann allerdings deutlich bezwang. Trotz allem hätte ich viel mehr erreichen können, da ich konstant gute Stellungen erspielte - jedoch durch die Anstrengung des Wettkampfes gegen Ende viel von meiner Spielstärke einbüßen musste und viele Gewinnstellungen nicht verwerten konnte.

Für mich war es ein äußerst positives Ereignis und konnte auch meine eigenen Erwartungen übertrumpfen. Wenn ich von meiner spielerischen Stärke ausgehe und nicht vom Ergebnis, dann muß ich sagen, dass alle meiner Gegner eine viel höhere DWZ hatten und ich mich in bis auf 3 Partien immer besser geschlagen habe, jedoch durch meine geringe Erfahrung nicht immer die Gewinnstellungen auch gewinnen konnte. Insgesamt habe ich 2 Gewinnstellungen verloren und 2 Gewinnstellungen wurden nur Remis, also von meiner Seite sehr ausbaufähig". [Stefan Schmieder]

Schmitt_Schmieder_HSSEM_2007

Das Club-Duell zwischen Hans-Walter Schmitt und Stefan Schmieder endete mit einer Punkteteilung.

Ralf_Kellerwessel_rechts

Ralf Kellerwessel (rechts) in seiner Partie gegen den Jugendspieler Christian Hansch (Turm Büdingen).
Foto: Hans-Dieter Post


Auch Neuzugang Ralf Kellerwessel, frischgebackener Deutscher Amateurmeister seiner Ratingklasse, zeigte in dem starken Teilnehmerfeld kluges Schnellschach. So erzielte er in der Auftaktrunde gegen Martin Weise aus Hungen-Lich (2152 ELO) ein beachtliches Remis, holte gegen Hannes Rasche vom Nachbarverein Kelkheim (2027 Elo) ebenfalls ein beachtliches Remis und erkämpfte sich gegen Dieter Minor vom SV Wiesbaden 1885 einen vollen Punkt. Turniersieger wurde der jüngste deutsche Großmeister Georg Meier mit 9 Punkten aus 11 Partien, Hans-Walter Schmitt erzielte mit 6.5 Punkten Rang 36, Schmieder und Kellerwessel kamen mit jeweils 4.0 Punkten auf den 86. bzw. 87. Rang in dem starken Teilnehmerfeld.

     Rudi Fellners letzte Partie

Liebe Schachfreunde,

soeben habe ich von der traurigen Nachricht erfahren, dass Rudi Fellner nach langer schwerer Krankheit gestorben ist. Er hat den Schachclub Bad Soden 1979 gegründet  und leitete auch 10 Jahre als Erster Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Er hinterlässt seine Frau und 3 Kinder.

Ohne Rudi Fellner wäre unser Schachlub nicht da, wo wir heute stehen. Er hatte auch viele Jahre als MTS-Vorsitzender (Vorgänger des derzeitigen Vorsitzenden Philipp Herzberger) maßgeblichen Anteil in der Schachszene in der Region gehabt und hatte auch viele Freunde in der MTS.

"Der Schachlub Bad Soden trauert um den Gründer des Schachclubs Bad Soden, der viel für das Schach getan hat. Er war mir auch menschlich ein guter Freund."

Rudi Fellner (1951-2007)

Die Trauerfeier findet am Freitag, den 6. Juli 2007 um 10 Uhr auf dem Friedhof in Bad Soden (Falkenstrasse) statt.

Roland Bettenbühl
1. Vorsitzender
Schachclub Bad Soden

     Daniels dopingfreier Denksportwettbewerb

Bald ist es wieder soweit, am 22. Juli 2007 organisiert Vereinsmitglied Daniel Pohlke wie schon im letzten Jahr einen dopingfreien Denksportwettbewerb, besser bekannt als "Neues Schach im Alten Wirtshaus". Hierbei geht es um eines der wenigen Freiluft-Schachturniere nach den Chess960-Regeln und die Teilnehmer können erwarten, daß sie die Vorzüge eines Sommer-Sonntages in vollen Zügen geniessen können.

Da ist einmal die zuschauerfreundliche Lage im Herzen der Altstadt von Bad Soden, am Adlerplatz zu nennen. Für die Spieler gibt es das turnierfreundliche Schnellschachformat mit Partien zu je 20 Minuten Bedenkzeit sowie einer Zeitgutschrift von 5 Sekunden pro ausgeführtem Zug.

Ex-Weltmeister Bobby Fischer schmückte einst als US-Hero das Titelblatt des LIFE Magazins.

Doch im Mittelpunkt steht das dopingfreie Schach, die von dem früheren Weltmeister Bobby Fischer konzipierte Variante des Chess960.

Hierbei wird die Aufstellung der Figuren unmittelbar vor der Partie ausgelost - und nach den Regeln des Chess960 können insgesamt 960 verschiedene Startaufstellungen aufs Brett kommen.

Denn das ist der besondere Clou bei dieser Variante: Ein Spieler kann sich nicht besonders vorbereiten und wenn die Lieblingsvariante der Nimzovitsch-Larssen-Angriff oder das Blackmar-Diemer-Gambit ist, sollte der Schachspieler diese Theorien mal für einen Tag lang vergessen. Denn die Wahrscheinlichkeit, daß die klassische Startaufstellen (also die Startposition 518) ausgelost wird, ist 1:960.

Das genügt, um das Turnier ganz locker anzugehen und die breiten Autobahnen der Schachtheorie zu verlassen. Denn insbesondere die Turnier-Ergebnisse auf Weltklasse-Ebene zeigen immer und immer wieder, daß einerseits die Remis-Quote ständig auf einem hohen Niveau ist und andererseits das "Trio Infernale" bevorzugt wird: Die Spanische Partie, das Damengambit oder die Sizilianische Verteidigung sind die häufigsten Eröffnungskomplexe der Großmeister, mit immer neuen Varianten und Verästelungen treiben sie die Theorie voran, man wähnt sich mit diesen Veränderungen gefangen wie in einem mathematischen Mandelbrot-Modell.

Auto-Abstellplatz statt Al-Fresco Dining

So treten bei einem Chess960-Turnier die Spieler nicht durch übermässiges Theorie-Pauken "gedopt" an, sondern müssen wie bei einer Jazz-Jam-Session ihr musikalisches bzw. schachliches Gefühl beweisen.

Direkt am Brett muss die Eröffnungsstrategie ausgearbeitet werden, ohne Rückgriffsmöglichkeiten auf Schachcomputer, Theorie-Bücher oder grimassenschneidende Manager.

Im Gegensatz zu den klassischen Schachturnieren bietet besonders das Freiluft-Turnier im Alten Wirtshaus Gelegenheit, ein Wellness-Programm der besonderen Art zu absolvieren. Ein kühles Pils, Sonnenschein oder eine gute kubanische Zigarre können den Genußfaktor während des Schachspiels erhöhen - als ob die Uhr zurückgedreht wird in die Atmosphäre des Wiener Kaffee-Haus-Schachs einer früheren Epoche.

Und mit dem Turnier unter freiem Himmel haben Gäste und Teilnehmer auch die Gelegenheit, die griechischen Spezialitäten des Alten Wirtshaus zu geniessen. Denn in den Spielpausen zwischen den einzelnen Runden, in der Mittagspause oder beim abschliessenden gemütlichen Ausklang wird Wirt Lefti mit seiner eingespielten Küchenbrigade alles erdenkliche auftischen, damit der Tag nicht nur auf den 64 Feldern ein Erfolg wird.

Es war einmal ....

Leider machen die Gäste des Alten Wirtshaus momentan eine schwierige Phase durch. Denn die Straßenverkehrsbürokraten der Stadtverwaltung Bad Soden haben die unmittelbar an das alte Fachwerkhaus grenzende Fläche von einer beliebten "Al Fresco Dining Area" in einen ganz durchschnittlichen Abstellplatz für bewegungsscheue Autofahrer umfunktioniert.

Offenbar war die Bequemlichkeit einiger beschwerdeführenden Autofahrer den Bürokraten wichtiger als die schweigenden Mehrheit der Gäste, die ein griechisches Abendessen unter freiem Himmel einfach als Bestandteil eines schönen Sommers in Bad Soden ansehen. Eine Stadt, die sich gerne mit dem Attribut "Premium Living" schmückt. 

So passen die geparkten Blechkutschen wie die Faust aufs Auge in das ansonsten harmonische Bild des Adlerplatzes.

Vorbei - zumindest für einen längeren Zeitraums der Bürokratendominanz - ist das stilvolle Straßenrestaurant-Ambiente.

Doch zurück zum dopingfreien Denksportwettbewerb: Die Ausschreibung finden Sie >>>hier , unter der e-mail-Adresse alteswirtshaus@web.de können Sie sich zum Turnier anmelden.

     Nieder Neid

[24.6.2007] Am vergangenen Freitag war es soweit: Das Große Finale im 4er-Pokal des Unter-Verbands 7 stand an. Bad Soden empfing als krasser Außenseiter den Meister der Verbandsliga Süd die Schachfreunde aus Nied.

Nieder Neid: Spitzenduo beim Konditionstraining
Oliver Uwira (links) und Sebastian Gramlich (rechts)
Foto: König Nied

Daß die Nieder nichts dem Zufall überlassen wollten, sah man gleich bei der Aufstellung. Vier der ersten fünf Spieler aus der Saison - darunter die Spitzenspieler Oliver Uwira und Sebastian Gramlich - waren angetreten. Glückliches Nied, auf dieses spielstarke Quartett konnte man schon neidisch sein.

Der Unterschied zum Gegner Nied: 267 Pfund (pardon, DWZ-Durchschnitt) je Spieler

Die Paarungen zwischen (1)Thomas Rödiger - Oliver Uwira, (2) Achim Relitzki - Sebastian Gramlich und (4) Daniel Großjohann - Hendrik Zimmermann waren nach 2,5-3 Stunden entschieden. Keiner von uns hatte eine Chance gegen die Spielstarken Gegner.

Einzig Gerolf Dietz an Brett Drei hatte gegen Berthold Ambrosius lange Zeit eine ausgeglichene Stellung, die seinem Kontrahent alles abverlangte. Aber nach 4,5 Stunden musste auch Gerolf sich geschlagen geben.

Auch wenn der Wettkampf mit 0-4 drastisch ausging brauchen die Bad Sodener sich nicht zu grämen.

Der Einzug ins Finale und die Teilnahme am Hessischen Pokal ist ein großer Erfolg für uns.

Wir gratulieren der Mannschaft aus "Nied 1" zur Pokalmeisterschaft des Main-Taunus-Verbands und wünschen ihnen auf Hessenebene viel Erfolg.

[Thomas Rödiger, Mannschaftsführer]

Brett Bad Soden DWZ König Nied DWZ Resultat
1 Thomas Rödiger 1929 Oliver Uwira 2183 0 : 1
2 Achim Relitzki 1833 Sebastian Gramlich 2279 0 : 1
3 Gerolf Dietz 1833 Berthold Ambrosius 2029 0 : 1
4 Daniel Großjohann 1857 Hendrik Zimmermann 2032 0 : 1
  Durchschnitt 1863 Durchschnitt 2130 0 : 4

     Deftige Dietzenbacher Delle

[18.6.2007] Die Chance für eine ausgiebige Sommerpause für den SC Bad Soden war gross, aber nein, einige Schachspieler waren nicht imstande, die Möglichkeiten zu nutzen. Vier Egoisten wollten nichts von einer Sommerpause wissen und den Spielern Rühe gönnen. Und wenn man das Ungemach herbeiruft, kommt es oftmals auch. So auch am vergangenen Sonntag. Der Landesligist Dietzenbach wurde mit dem Trost "nächstes Jahr wird bestimmt besser" heimgeschickt - eine deftige Delle im Dietzenbacher Drang nach Erfolg war das Resultat.

Die Spiele

Dr. Bittner - René Schaaf
Dr. Bittner mußte sich nach heftigem Schlagabtausch gegen das Spitzenbrett aus Dietzenbach geschlagen geben.

An Brett 2 und 3 setzte Dietzenbach auf eine taktische Finte, der stärkere der beiden spielte an Brett Drei und sollte einen sicheren Punkt einfahren, während Brett Zwei sich halten sollte.

Daniel Großjohann - André Schaaf
André Schaaf an  Brett Drei wirbelte mal wieder recht chaotisch los: König in der Mitte und Königsflügelangriff mit allem was kriechen konnte. Der in der DWZ deutlich stärkere Dietzenbacher Schaaf kam zeitweilig ausser Tritt, und Daniel Großjohann konnte nach einigen kritischen Momenten in ein gewonnenes Endspiel überlenken, was er souverän durchspielte. Nach etwas über 3 Stunden Ausgleich zum 1:1 Zwischenstand.

Thomas Rödiger - Arend Baumann
An Brett zwei verteidigte der Dietzenbacher sich zäh bis fast zur vierten Stunde, hatte aber eigentlich nie eine echte Chance und wurde mit einem massiven Angriff auf den Königsflügel auseinandergenommen. Nach vier Stunden die 2.1 Führung für Bad Soden.

Thorsten Schöwer - Christian Kellermann

Thorsten Schöwer: Mit Remis zum Gesamtsieg

Nun hing alles an Brett Vier: Mit einem Minusbauern (Doppelbauer) weniger aus der Eröffnung gekommen, konnte Thorsten seine Stellung Zug um Zug verbessern und den Bauern zurück gewinnen.

Er landete in einem komplizierten Endspiel, mit Turm,  gleichfarbigen Läufer und je drei Bauern.

Trotz der besseren Position des Dietzenbachers verteidigte Thorsten Schöwer geschickt und solide seine Stellung und konnte nach fast 5 Stunden das Remis zum Gesamtsieg erringen.

Hatte das Bad Sodener Pokal-Quartett noch gegen Frankfurt-West einiges Glück, so haben wir die Dietzenbacher solide und verdient geschlagen. [Thomas Rödiger]

Brett Bad Soden DWZ Dietzenbach DWZ Resultat
1 Dr. Friedrich Bittner 1975 René Schaaf 2075 0 : 1
2 Daniel Großjohann 1857 André Schaaf 1976 1 : 0
3 Thomas Rödiger 1959 Arend Baumann 1849 1 : 0
4 Thorsten Schöwer 1778 Christina Kellermann 1819 1/2 : 1/2
  Durchschnitt 1892 Durchschnitt 1929 2 1/2 : 1 1/2

     Heiß in Hattersheim

Die vier jugendlichen Schachspieler waren ganz heiß auf die Teilnahme am Hattersheimer Jugend-Open, hatten sie sich doch vorab durch ein vereinsinternes Qualifikationsturnier kämpfen müssen. Und so war es auch nicht verwunderlich, daß Jugendtrainer Achim Relitzki mit einem gut vorbereiteten Quartett die Fahrt ins nahe Hattersheim startete.

Taxi Mama: Frau Emami und Frau Kookpari unterstützen die Kurzreise nach Hattersheim, ebenso Jugendtrainer Achim Relitzki (rechts) und Roland Bettenbühl (Mitte).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort mussten sie zunächst mit der um diese Jahreszeit üblichen Sommerhitze kämpfen, doch am Brett bewahrten sie einen kühlen Kopf. Für Kevin Kookpari, Sewa Gerassimov und Milad Emami war es das erste richtige Turnier, das sie gespielt hatten, Gabriela Vukusic hatte da schon etwas mehr Erfahrung gesammelt, immerhin spielte sie schon einmal gegen den Mainzer Oberbürgermeister und Schach-Fan Jens Beutel in einem Simultanwettkampf.

Im stark besetzten Jugend-Open schlugen sich die Sodener recht wacker, Gabriela Vukusic kam mit 5 Punkten aus 7 Partien auf den hervorragenden fünften Rang in ihrer U10 Altersklasse, Milad Emami erzielte überraschenderweise 3 aus 7, Seva Gerassimov gewann ebenfalls 3 Punkte aus 7 Partien. In der stark besetzten U12-Altersgruppe landete Kevin Kookpari mit 3,5 aus 7 Punkten ein beachtliches Ergebnis.

Das Jugend-Open gab für unser Schach-Quartett auch wertvolle Hinweise, wo Achim Relitzki als Jugendtrainer den Hebel zu weiteren Verbesserungen ansetzen wird. Die "En-Passant"-Regel (hat das was mit der Vorfahrt im Kreisel zu tun?), die bedrohten Felder bei der Rochade (Vorsicht: Krötenwanderung) und ein richtiges Zeitmanagement sind Punkte, die noch vertieft werden müssen.


Gabriela Vukusic im Spiel gegen Milad Emami. Foto: Schachclub Hattersheim

Aber da sind die Jugendlichen in guter Gesellschaft, denn auch erwachsene Schachspieler - sogar in der Weltelite - haben gelegentlich mit diesen Feinheiten so ihre Probleme. So gab es vor einigen Jahren bei den Chess Classic Mainz im Finale um die Chess960-Weltmeisterschaft eine Diskussion zwischen GM Peter Svidler (Russland) und GM Levon Aronian, immerhin Goldmedalliengewinner bei der Schacholympiade in Turin, ob der ausgeführte Turmzug ein eigenständiger Zug war oder gar Teil einer Rochade. Peter Svidler nahm die ganze Diskussion zwischen Oberschiedsrichter Sven Noppes und Levon Aronian gelassen, hatter er doch schon längst den Weg zum Sieg ausgetüftelt - wenige Züge später gab sich dann Aronian geschlagen.

     Welchen Zug würdest Du machen? Das neue Schülertraining

[10.6.2007] "Welchen Zug würdest Du machen, wenn Du nochmals ziehen könntest?" Wie eine Quizfrage bei Günther Jauchs "Wer wird Millionär" wiederholt Thomas Rödiger diesen Satz - und stimuliert so das Nachdenken der jungen Schachspielerin, die sich über eine Position auf dem Schachbrett beugt.

Zum wiederholten Mal spult Thomas Rödiger den Film zurück, baut die Position am Ausgangspunkt wieder neu auf und schon wird die nächste Variante in allen Einzelheiten durchgespielt. Und stockt die Suche nach neuen Varianten, kommt die unvermeidbare Frage "Welchen Zug würdest Du machen, wenn Du nochmals ziehen könntest?". Thomas Rödiger, Spieler der ersten Mannschaft des Schach-Club Bad Soden, scheut keine langen Wege von seinem Wohnort in Groß-Gerau nach Bad Soden, um freitags im Schülertraining den Schachnachwuchs individuell zu trainieren und ihnen das Rüstzeug für die kommende Saison beizubringen.

 
Mama und Mädchen beim Schachspiel

Szenenwechsel

Achim Relitzki, ebenfalls Spieler der ersten Mannschaft und langjähriger B-Trainer des Deutschen Schachbunds, FIDE-Trainer seit 2005, hat seit kurzer Zeit das  Schülertrainings konzipiert. Sein Projekt "DWZ 1000/1300" basiert auf einem Zeitplan, dessen wesentliche Eckpunkte wie folgt sind:

Juni 2007
Selektion / Gruppeneinteilung der Kinder und Jugendliche in die
Förderprojekte "DWZ 1000" bzw. "DWZ 1300"

29. Juni 2007
Spielersitzung mit Elternabend zur Besprechung der Saisonziele, des Ablaufs und der Projektpläne. Alle Eltern der schachspielenden Kinder und Jugendlichen  sind herzlich zu diesem richtungsweisenden Treffen eingeladen:
Freitag, 29.6.2007 um 20:00 Uhr in der Hasselgrundhalle.

Sommerferien
Während der Sommerferien wird das Training als Privattraining in Mini-Gruppen nach Absprache fortgesetzt.

15.8.2007
Offizieller Start der Projekte "DWZ 1000" und "DWZ 1300"

November 2007
Teilnahme an der Einzelmeisterschaft der U14 Jugendlichen des MTS-Bezierks. Diese Pflichtteilnahme dient auch der Leistungsüberprüfung.

April 2008
Hessen-Einzelmeisterschaften der U12 in Bad Homburg.
 


Achim Relitzki (links), Roland Bettenbühl (rechts).
Daniel Bettenbühl mit Autogramm-T-Shirt von GM Artur Jussupow

Und Achim Relitzki fackelte nicht lange und organisierte gleich ein vereinsinternes Qualifikationsturnier für die Bad Sodener Kinder und Jugendliche. Es ging darum, wer sich für das kommende Jugendturnier am 10. Juni 2007 in Hattersheim qualifizieren kann.

Mit Eifer machten sich die Kinder an die Aufgabe heran, am Ende kam es zwischen Gabriela Vukusic und Sewa Gerassimov zum Finale, das Gabriela für sich entschied und später ganz stolz ihren ersten Preis herumzeigte: Ein Lernbuch "Meyers Schachturnier mit 52 kniffligen Situationen aus berühmten Partien". Ebenfalls gewann Gabriela auch einen Freiplatz beim Simultanspiel gegen Deutschlands jüngsten Grossmeister, Georg Meier. Bei Georg Meier sollte man sich nicht vom Allerweltsnamen täuschen lassen, denn Meier spielt kein Allerwelts-Schach, sondern ein aussergewöhnlich gutes Positionsschach. Dies bewies er in der jüngsten Bundesligarunde, als er Stefan Löffler in nur 26 Zügen zur Aufgabe zwang. Diese sehenswerte Partie kann >>> hier nachgespielt werden.

Der Endstand des Bad Sodener Qualifikationsturnier: Platz 1: Gabriala Vukusic, Platz 2: Sewa Gerssimov, Plkatz 3 mit jeweils 2 Punkten: Milad Emami, Kevin Kokpari, Alexander-Josè Kullman und Daniel Bettenbühl.

     Guglmänner in Bad Soden  

[7.6.2007] Fast hätte es den Eindruck erweckt, daß der Deutsche Schachbund die Final-Runde mit der Entscheidung um die Deutsche Amateurmeisterschaft im Ramada-Hotel in Bad Soden wie ein konspiratives, geheimes Treffen der Guglmänner organisiert. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde jeder Anschein vermieden, die lokale Presse mit  Veranstaltungshinweisen oder gar die lokalen Schachvereine der Umgebung einzubeziehen.

Die Guglmänner bei einer konspirativen Bootsfahrt

So verwunderte es nicht, wenn Assoziationen zu einer Veranstaltung des Geheimbundes der Guglmänner geknüpft wurden. Äusseres Erkennungszeichen der Guglmänner ist ihre Kapuze, auf bayerisch auch Gugl genannt, die innere Überzeugung der Guglmänner zentriert sich auf Verschwörungstheorien und Legenden um den Tod König Ludwigs II von Bayern im Jahre 1886.

Schon einmal weilte ein Fan des König Ludwig II in Bad Soden. Im Jahr 1860 residierte der Komponist Richard Wagner in Bad Soden, als er nach Jahren seines Asyls wieder deutschen Boden betrat. Richard Wagner äußerte sich während der Leipziger Revolution 1849 zu politischen Themen und den Idealen der Jahrzehnte zurückliegenden Französischen Revolution (1789) publizistisch in der Öffentlichkeit - dafür wurde er von seinem Landesfürsten in Sachsen mit Acht und Bann belegt. Richard Wagner entzog sich der drohenden Verhaftung und begab sich ins Exil. Im August 1860 konnte Wagner nach Teilamnestie durch den sächsischen König zum ersten Mal wieder deutschen Boden betreten und nächtigte in Bad Soden in einem Haus neben der Kirche Im Quellenpark.

Die aus allen Teilen Deutschlands angereisten Schachspieler mussten derweil keine solche Handicaps ertragen, hatten sie sich doch in den vorangegangenen regionalen Turnieren für dieses Finale qualifiziert. Und als die Organisatoren des Events, an der Spitze Dr. Dirk Jordan, Chairman des Organisationskomitee der Schach Olympiade Dresden im Jahr 2008 und Vertreter des DSB die Veranstaltung eröffnete, war jeder Anflug an die Guglmänner verflogen: keine Kapuzen, keine konspirativen Gespräche, keine nächtliche Bootsfahrten mit Fackelbeleuchtung.


Dr. Dirk Jordan (links) und Roland Bettenbühl (rechts)

Roland Bettenbühl als Vorsitzender des Schachclub Bad Soden erinnerte die Amateure in seiner Begrüssungsansprache daran, daß in diesem grossen und komfortablen Spielsaal des Ramada Hotels schon vor 8 Jahren die Weltelite des Schachs um den Sieg kämpfte. Dieses Finale der "Chess Classic", von den Chesstigers um Hans-Walter Schmitt mustergültig organisiert, vereinigte mit Anand, Kasparov, Kramnik, Shirov, Morozevich, Leko, Ivantchuk, Bareev, Topalov und Adams die damalige Top-10 der Weltrangliste. So verstand es auch Dr. Jordan als quasi sächsischer Schach-Landesfürst leicht, den Bogen zwischen den Zeiten zu spannen: "Die Teilnehmer der Deutschen Amateurmeisterschaft atmen die gleiche Luft ein wie damals die Weltspitze des Schachs". 

Das Finale findet vom 7.-9. Juni 2006 im Ramada-Hotel in Bad Soden statt, alle Informationen hierzu finden Sie hier: http://www.ramada-cup.de/

     Erneut „Hasselgrund-Betrüger“ unterwegs – Warnung der Polizei

Frankfurt-Sindlingen, 28.5.2007. Erneut sind in den letzten Tagen wieder sogenannte „Hasselgrund-Betrüger“ unterwegs gewesen und haben „Beute“ gemacht. Wie schon vor Jahresfrist wurden vier rechtschaffene Vertreter des in Frankfurt-Sindlingen domizilierten und in der dortigen Stadthalle ihrem Hobby nachgehenden Schachspieler des Vereins Frankfurt-West e.V. Opfer bei einer ihrer turnusmäßigen Reisen in das offensichtlich gefährliche Vordertaunusgebiet geworden. 

Der letzte Fall ereignete sich in den späten Abendstunden des 25. Mai 2007 in oder um die Gegend der Bad Sodener Hasselgrundhalle. Laut Anzeige eines mitreisenden Vereinsmitglieds, der mit den Örtlichkeiten in Bad Soden und den dortigen Gepflogenheiten bei Schachwettkämpfen durchaus vertraut ist, hatte er die Endphase des Beuteraubzugs sehr genau verfolgt und unmittelbar danach Anzeige bei den zuständigen Polizei-Behörden gestellt.

Das Sindlinger Quartett des Frankfurt-West war zum Pokal-Halbfinale des MTS-Bezirks in gewohnter Stärke angereist, zusätzlich hatten sie noch ein weiteres Vereinsmitglied und einen veritablen Ehrenpräsidenten mitgebracht, wohl um bei entsprechend auftretenden Disputen auch argumentativ ihr Gewicht in die Wagschale werfen zu können.

Die Auseinandersetzung begann zunächst in einer friedlichen und freundlichen Atmosphäre. In vorderster Linie setzten sich die beiden Senioren-Vertreter aus Bad Soden und Frankfurt-West auseinander. Dank ihrer langjährigen Erfahrung konnten sie die jeweiligen Täuschungsmanöver und Finten des Gegners rechtzeitig erkennen. Dr. Bittner vom Bad Sodener Quartett lies sich von Ferdinand Nieblings Eröffnungsfinte d4 nicht verwirren und konterte mit einer auch bei Grossmeistern sehr beliebten Nimzo-Indischen Variante. Nach weiteren strategisch-positionellen Scharmützeln blieb am Ende eine Beuteteilung 0,5 zu 0,5 übrig. Noch ahnten die Spieler aus Frankfurt-West nicht, daß hier der erste Sargnagel eingesetzt wurde.

Der jüngste des Bad Sodener Quartetts, Daniel Großjohann, gab seine Partie mit 0:1 verloren, wohl um die angereisten Gäste mit einem psychologischischen Trick auf die vermeintliche Siegerstrasse zu bringen und in Sicherheit zu wiegen. Die zweite Punkteteilung zwischen Thomas Rödiger und Ulli Bonnaire untermauerte die Psycho-Taktik des Hasselgrund-Quartetts - später sollte sich dieses Remis als ein weiterer Sargnagel erweisen. So blieb es wie im Vorjahr dem Underdog Gerolf Dietz vorbehalten, mit seinem Sieg gegen Jörg Rutkowski zu zeigen, was es letztlich bedeutet, wenn der Angreifer die  Deckung vernachlässigt. 

Die Reisenden aus Frankfurt-Sindlingen, sonst eher mit den rauhen Sitten in der Verbandsliga vertraut, konnten sich zunächst mit dem überraschenden Verlust des Pokalhalbfinales gegen einen Gegner aus den unteren Klassen nicht anfreunden und plädierten zunächst, daß wie in der Champions-League bei Ergebnis-Gleichstand die auswärts erzielten Tore doppelt zählten. Die angesichts des schmerzhaften Punktverlusts herbeigerufene Schachpolizei musste zunächst die erhitzten Gemüter beruhigen. Als dann der Bad Sodener Mannschaftsführer auf die Durchführungsvorschriften der Schachregeln hinwies und in Ableitung des Paragraphen 23 a Abschnitt 1 und das Grundsatzurteil des Vorsitzenden Richters Buchholz den Mannschaftssieg für das Quartett aus der Hasselgrundhalle reklamierte, musste der diensthabende Schachpolizeimeister dem auswärtigen Quartett einen Vorschlag zur Güte unterbreiten. Entweder sollten sie die Halbfinal-Niederlage gegen Bad Soden gemäss den Vorschriften - wie schon im Vorjahr - akzeptieren oder sie müssten die dann noch anwesenden Schachspieler zum Zeichen der Freundschaft auf dem Bad Sodener Weinfest mit guten Tropfen aus dem Rheingau und leckeren Würstchen vom Grill verköstigen.

Da die Geschädigten aus Frankfurt-Sindlingen dies vermeiden wollten, willigten sie umgehend in die Pokalniederlage ein, gaben aber zu Bedenken, dass sich im nächsten Jahr ein solches Fiasko nicht zum dritten Mal wiederholen werde. Auch der anwesende Ehrenpräsident von Frankfurt-West bestätigte dies und formulierte wortgewaltig seine Begründing, weshalb das Bonmot "Aller guten Dinge sind Drei" im Schach durch keine theoretische Analyse bestätigt würde, ins Polizeiprotokoll.

Die offensichtlich überrumpelten Schachspieler aus Frankfurt-Sindlingen verzichteten auf eine formale Revision, gaben jedoch zur Vorbeugung zukünftiger Straftaten am Schachbrett eine Personenbeschreibung des Hasselgrund-Quartetts zu Protokoll.

Laut Polizeiprotokoll werden die Punkteräuber wie folgt beschrieben: Das Quartett tritt unauffällig und friedlich auf und täuscht durch eine ausgewogene Altersstruktur die potentiellen Opfer und vermeidet so ein Erscheinungsbild als "Räuberbande". Der Älteste des Quartetts ist etwa 80 Jahre alt, ca. 180cm gross, trägt eine Brille und hat silbergraues nach hinten gekämmtes Haar. Ebenfalls graues Haar hat ein weiterer Spieler des Quartetts, ist aber in der Tat wesentlich jünger. Der jüngste Spieler, von seinen Freunden Daniel gerufen, tritt wie ein Studiosus auf, mit Brille und adrett gescheiteltem Haar macht er einen eher unauffälligen und harmlosen Eindruck. Über den schlimmsten Beutemacher der Bad Sodener liegen keine genauen Beschreibungen vor, Zeugen berichten von einem insgesamt freundlichen Erscheinungsbild, welches vermutlich erfolgreich zu Täuschungszwecken genutzt wird.

Die Polizei warnt vor ihrem weiteren Auftreten.


     Brands Biss

Mit einer beachtenswerten Leistung schloss der jugendliche Jan-Peter Brand die erste volle Saison ab.

Jan-Peter Brand

In insgesamt 6 Saisonspielen holte er 4,5 Punkte, dabei gab er lediglich eine Partie gegen Petri ab und remisierte gegen Rothörl von Flörsheim 4.

Nicht immer standen seine Siege von Anfang an fest, so zeigte er mit Biss und Siegeswillen, daß es nicht immer nur um elegante Kombinationen der Figuren geht, wenn man vorteilhafte Positionen auch in Punkt und Sieg umwandeln will.

Jan Peter Brand gelang damit ein Einsteig in die DWZ-Liste des Deutschen Schachbunds.

Mit einer erstmaligen Wertungszahl von 1020 DWZ war er der höchste Neueinsteiger des Schachclub
Bad Sodens in der vergangenen Saison.

 


   
 
Bittners Blitz

Man muss nicht gleich die These des Frankfurter Philosophen und Kulturkritiker Theodor Adorno, wonach sich der wahre Rang eines Künstlers erst im Spätwerk manifestiere, herbei zitieren, um die Leistungen von Dr. Friedrich Bittner bei den Hessischen Senioren-Schnellschachmeisterschaften 2007 zu würdigen.

Die Insignien der Popularität:
Hans-Walter Schmitt (rechts) präsentiert dem Geburtstagskind Dr. Friedrich Bittner ein Chess Classics Schachbrett mit einem Autogramm von GM Vishy Anand, derzeitig die Nr. 1 der Weltrangliste

Erstens dürfte der promovierte Chemiker Dr. Friedrich Bittner als Naturwissenschaftler den Geisteswissenschaften wie Philosopie oder Soziologie eher skeptisch eingestellt sein, andererseits muss man ja nicht jede Schachpartie zu einem Kunstwerk hochstilisieren.

Die Schachgeschichte ist reich an denkwürdigen und sehenswürdigen Partien, schaut man nur auf die "Unsterbliche Partie", die einst im englischen Seebad Hastings zwischen Wilhelm Steinitz und Curt von Bardeleben gespielt wurde. Als Steinitz den letzten Zug der Partie mit Tg7+ ausführte, wäre das der Anfang einer elfzügigen Mattkombination gewesen. Curt von Bardeleben wollte es nicht soweit kommen lassen, er stand wortlos auf und verließ ohne den Handschlag des Unterlegenen das Spiellokal.

Eine andere Partie, die Ernst Josef Diemer 1984 im hohen Alter von 76 Jahren beim Nürnberg Open 1984 gegen Heiling zeigte, ging als "Bauernsturm Partie" in die Annalen ein. Während Steinitz' "Unsterbliche Partie" nur zu gerne von Schachtrainern als Theorie-Vorbild vorgeführt wird, spottet Diemers Partie jeden Vergleich mit der klassischen Eröffnungstheorie.

Denn Diemer spielt die Eröffnung mit 17 Bauernzügen hintereinander, bevor er überhaupt eine Figur ins Spiel bringt. Später opfert er auch noch seine Dame, um dann im 45. Zug als Sieger festzustehen. Und mit dieser Partie widerlegt Diemer auch eine andere These, daß Alter nicht vor Torheit schützt.

Diemer - da war doch was? Ernst Josef Diemer war nicht nur der Namenspatron des Gambits, das als Blackmar-Diemer-Gambit in die Theorie-Bücher eingegangen ist und noch heute von den Anhängern dieser Spielweise in jährlichen Themen-Turnieren huldvoll praktiziert wird. Diemer war eine, - sagen wir es mal politisch-korrekt -  "facettenreiche" Persönlichkeit, dessen Lebenswerk und Schachverständnis in der jüngsten Ausgabe der Schachzeitschrift KARL gewürdigt wird. KARL wird vom Chefredakteur FM Harry Schaack aus Schöneck herausgegeben, in Personalunion ist Schaack auch Pressechef der Chess Classic Mainz.

Doch am 11. Mai 2007 in Rodenbach hatte Dr. Friedrich Bittner nicht unbedingt die Muße, während seiner Wettkampfpartien solchen Gedanken nachzugehen - spielte er doch hochkonzentriert in einem hochkarätig besetzten Schnellschachturnier um die Hessische Senioren-Meisterschaften mit. Und so war es ein Erfolgserlebnis erster Güte, als er als Sieger der Nestoren-Altersklasse das Turnier beendete. [GK]

     3. Main-Taunus-Cup Chess960  
 

3. Main-Taunus-Cup
3. Offene Hessische Chess 960 Einzelmeisterschaft
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06196-22726 & Fax 06196-22796   
 

Spielort: Hasselgrundhalle,
Gartenstraße 2a,
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(Das Spiellokal liegt bequem in der
Nähe der S-Bahn-Station
Bad Soden Bahnhof)

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Turnierbedingungen
Bedenkzeit: 60 Minuten
+ 30 Sekunden pro Zug
Modus: 7 Runden Schweizer System
 / Chess960-Regeln,
Startaufstellung wird bei Rundenbeginn
ausgelost

Anmeldung: www.chesstigers.de 
Hans-Walter Schmitt, Fon 06196-22726
Zahlung auch vor Ort /
bitte Voranmeldung!

TaunusSparkasse
Konto Nr. 311 251 / BLZ 512 500 00

Meldeschluss:

Freitag, 12.Oktober 2007, 16:30 Uhr
1. Spieltag: Freitag,
17:00 / 20:30 Uhr
2. Spieltag: Samstag,
11:00 / 15:00 / 19:00 Uhr
3. Spieltag: Sonntag,
11:00 / 15:00 /
 Siegerehrung

Ausstattung: edle Schachbretter
und Figuren, DGT-XL Uhren

Auskunft: Roland Bettenbühl,
Fon 06196-25639
Rainer Rauschenbach,
Fon 06190-74494

Turnierleitung und Schiedsrichter:
Hans-Dieter Post
das Turnier wird IPS ausgewertet!

Hotel / Ü.: Hotelführer Bad Soden

Schirmherr:
Bürgermeister Norbert Altenkamp
Sponsoren:
TaunusSparkasse / Mainova AG

Webpräsenz:
www.schachclub-badsoden.de
www.frankfurt-west.de 
www.schachclub-hattersheim.de www.chesstigers.de
Veranstalter:
Chess Tigers e.V.
Ausrichter:
SC Bad Soden &
SC 1979 Hattersheim

 

 

 

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