Schachclub Bad Soden

 
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Aktuelle Nachrichten (zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2004 - 07:30)

Bitte Termin vormerken:

26. Juni: Jubiläums-Sommerfest mit Spanferkel-Essen
10.+11. September: Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Schachclub Bad Soden.

Mai 2004

+++Aktuelle Meldung+++

Julian Leach bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2004 in Willingen

Standortbestimmung. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2004 in Willingen/Sauerland hat Julian Leach vom Schachclub Bad Soden in der U10-Altersgruppe eine solide 50%-Quote erzielt und erreichte im Endergebnis mit 5.5 von 11 möglichen Punkten den 43. Platz unter 88 Teilnehmern seiner Altersgruppe.

Knapp vor ihm platzierte sich Alina Sancar von der SJ Herborn ebenfalls mit 5.5 Punkten aber der um minimale 1.5 Punkte besseren Buchholz-Feinwertung auf Platz 42. Mit der tollen Leistung war Julien damit drittbester Teilnehmer aus Hessen in seiner Altersklasse, Philipp Risius aus Gießen kam auf Platz 12. Platz 1 sicherte sich bei den U10-Knaben Bilgin Osmanodja aus Dresden, seine Schwester Filiz schaffte das gleiche Kunststück bei den U10-Mädchen. Julien Geske vom Nachbarverein SC Höchst erreichte in der U14-Altersklasse den 7. Platz.

In der ersten Runde besiegte Julien Leach mit Weiss Annika Schätz (DWZ 1139 von USG Chemnitz). Doch in der zweiten Runde sah er gleich einer starken Herausforderung entgegen: Mit Schwarz wurde er gegen Gordon Zimmermann (DWZ 1562 vom SV Gryps) ausgelost, immerhin die Nummer 2 der Teilnehmer-Setzliste. Und Gordon Zimmermann entpuppte sich in der Tat als schwerer Gegner, Julian hatte mit 0:1 das Nachsehen. Juliens bisherigen Partien im Überblick:

Runde Weiss DWZ Schwarz DWZ Ergebnis
1 Julien Leach 1232 Anna Prymak 774 1:0
2 Gordon Zimmermann 1562 Julien Leach 1232 1:0
3 Julien Leach 1232 Stefan Döring 1113 1:0
4 Rene Wittke 1532 Julien Leach 1232 1:0
5 Julien Leach 1232 Patrik Liptak 1085 1:0
6 Seva Bashylin 1143 Julien Leach 1232 0:1
7 Julien Leach 1232 Jonas Dünzel 1433 0:1
8 Laurin Döll 1171 Julien Leach 1232 0,5:0,5
9 Julien Leach 1232 Romy Spangenberg 1119 1:0
10 Julien Leach 1232 Wiede Friedrich 1436 0:1
11 Anja Schulz 1166 Julien Leach 1232 1:0

awlik (links), Fredershausen (rechts)

 

Geir Smith-Meyer zeigt starke Leistung und kommt auf den dritten Rang. Die letzte Runde des Nachbarschaftsturniers zeigte wieder einmal mehr, was alles so im Schach möglich ist.

Wesentlich länger kämpften Geir Smith-Meyer (Bad Soden, DWZ 1611) und Werner Reyher (DWZ 1769) um den Sieg. Geir kommentiert das Spiel so: "Mit Weiss spielte ich die Spanische Eröffnung / Berliner Verteidigung. Leider waren meine Züge am Anfang etwas ungenau, so dass Werner Reyher mich unter Druck setzen konnte. Danach hat er seinen potentiellen Durchbruch mit dem Zug Be3 nicht gefunden - dadurch konnte ich seinen Königsangriff entschärfen und in ein vorteilhaftes Endspiel übergehen, mit Freibauer auf der A-Reihe, Dame, Turm und Springer gegen Dame, Turm und Läufer. Besserwisser FRITZ schätzte die Position mit 0,8 Wertungspunkte vorteilhafter für Weiss ein, also nicht so viel. Es war jetzt mittlerweile Mitternacht geworden und wir waren beide müde. Die Aussicht auf weitere  20 oder 30 Züge mitten in der Nacht waren für beide Spieler nicht gerade erbaulich, ich habe deswegen Remis angeboten und es wurde sofort angenommen".

Strenger (links), Hümer (rechts)

Hermann Strenger (DWZ 1718) bezwang in einer weiteren Schlussrundenpartie Dominik Hümer (1472). Er übte mit seiner aktiven Dame am Königsflügel mächtig Druck aus, Hümers Position war stark beengt. Den Partieverlauf kommentiert Dominik Hümer: "In meinem zweiten Versuch, die Leningrader Verteidigung zu praktizieren, brachte mich die Zugumstellung 2.Sc3 von Herrn Strenger  leicht aus dem Konzept. Ich wollte partout kein Stonewall-Aufbau. So folgte ich meinem Stiefel und griff positionell ordentlich fehl. Nachdem ich meinen Läufer schlecht gestellt (fianchettiert) hatte, wurde ich letzten Endes doch zum normalen d5 gezwungen. Dabei übersah ich eine Diagonale Dame, Turm, worauf die Qualität im 18.Zug eingebüsst wurde. Fortan war es unmöglich, noch Ausgleich zu erlangen. Richtige Konterchancen sahen bedrohlicher aus, als sie in Wirklichkeit waren. Im Partieverlauf hatte ich dann noch leise Hoffnungen, als Herr Strenger seine Dame ins Abseits manövrierte, aber die Öffnung am Damenflügel, war nicht mehr zu stoppen. Für die weiteren zwanzig Züge war mein Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt!"  Als Strenger aber dann am Damenflügel mit seinem Bauernvorstoss die Öffnung erzwang, war diese Flügelzange entscheidend für seine schöne Sieg-Kombination.

Ob es an der speziellen Theorie-Vorbereitung mit einem vereinsinternen Thementurnier der Sulzbacher Schachspieler über die Englische Eröffnung lag, ist nicht ganz klar. Tatsache war jedoch, daß sowohl Richard Günzler (DWZ 1651) als auch Otto Pawlik (DWZ 1345) die Englische Eröffnung in ihren beiden Weiß-Partien gegen Robert Ackermann (DWZ 1401) und Kurt Fredershausen (DWZ 1254) wählten. Beide Sulzbacher konnten sich im Partieverlauf kombinatorisch durchsetzen. Günzler hatte mit dem Zentrums-Vorstoß die Voraussetzungen geschaffen, um nach Material-Opfer in einer schönen Schlußkombination Robert Ackermanns Königsposition zu demolieren. Kurt Fredershausen konnte seine Figuren am Damenflügel erst mit Verspätung und Tempo-Verlusten entwickeln, am Ende hatte Pawlik zu viele Bauern auf dem Brett und lies sich seinen Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen.

Geheimniskrämerei. Fast könnte man meinen, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Schach zuständigen Verbandsfunktionäre wären alles Anhänger des Rumpelstiltschen-Geheimbundes, wenn es um die Publizität für die Deutsche Meisterschaften 2004 der Deutschen Schachjugend geht.

Dabei haben die Veranstalter für das an Pfingsten in Willingen im Sauerland stattfindende Turnier eine erstklassige Lokation ausgewählt - und sie haben auch mit dem sehenswerten Internet-Auftritt auf http://www.dem2004.de/ keine Mühe gescheut. Doch das war's dann auch mit der unterstützenden Publizität durch die Verbände.

Julien Leach, Bad Soden

Im Terminkalender des Hessischen Schachverbands sucht man dieses Turnier vergeblich und auch der Deutsche Schachbund meldet Fehlanzeige, wenn man die dortige Veranstaltungsdatenbank durchsucht. Auch in den "News" des Schachbundes hat das Turnier noch nicht mit einer Ankündigung Beachtung gefunden, lediglich die Hessische Schachjugend erwähnt im Veranstaltungskalender das Turnier und veröffentlicht auch einen Link dazu.

Wir sind gespannt wie Julien Leach vom SC Bad Soden in der Alterskategorie U10 abschneidet - er hat sich für die DEM2004 qualifiziert und trifft dort auf gleichaltrige Gegner aus ganz Deutschland. Mit seiner aktuellen DWZ von 1232 liegt er an Platz 28 der Meldeliste von insgesamt 62 Teilnehmern.

Geir Smith-Meyer, Bad Soden

Tabellenkalkulation. Im vorgezogenen Entscheidungsspiel der 7. Runde des Steinbacher Nachbarschaftsturniers kam es zur Auseinandersetzung zwischen Werner Reyer, der mit 4.0 Punkten aus 6 Spielen auf dem vierten Platz der Tabelle stand und Geir Smith-Meyer, der mit 4.5 Punkten aus 6 Spielen sensationell und unerwartet auf dem dritten Tabellenplatz rangierte. Nach langem Kampf trennten sich die Kontrahenten mit einem Remis. Damit zog Geir Smith-Meyer punktgleich zum Tabellenführenden auf.

Trotz  Wenn und Aber ist eines klar: Titelverteidiger Roland Fay kann ganz entspannt der letzten Runde entgegensehen. Mit 2.0 Punkten hält er in der Tabelle einen nervschonenden Abstand zu den Turnierfavoriten und hat zudem für die letzte Runde ein Freilos bekommen - Entspannung pur.

Fidel Castro, Schachscpieler. Foto: AP

Die Politiker. Die Mannschaftskämpfe sind abgeschlossen, Jubelschreie verhallt und Enttäuschungen überwunden.

Zeit, sich wieder einmal den leichteren Dingen des Schachs zuzuwenden.

Politiker haben schon immer mal mit dem strategischen Spiel auf den 64 Feldern geliebäugelt, einige haben sogar ernsthaft am Turnierbetrieb teilgenommen.

So findet man den kubanischen Präsidenten Fidel Castro öfters mal als Teilnehmer an Simultanturnieren, und auch der Held der kubanischen Revolution, Che Guevarra sowie der verstorbene ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser pflegten das Schachspiel.

Jens Beutel, OB Mainz.
Foto: Rochade Kuppenheim

Unter den deutschen Politikern taucht Innenminister Otto Schily gelegentlich am Brett auf oder übernimmt schon einmal Repräsentationsaufgaben, wenn ihn denn der Deutsche Schachbund ruft.

Und in Rheinland-Pfalz, ganz in unserer Nähe, kommt es auch hin und wieder vor, dass der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel seinem Hobby recht erfolgreich frönt und alljährlich an den Chess Classic Mainz teilnimmt.

Doch nun könnte es bei den kommenden Wahlen zum Europaparlament zu einer optisch sicherlich willkommenen Ergänzung des grauen Politiker-Alltags kommen:

Schachspielerin, Politikerin und Model: Carmen Kass
Foto: Peter King, eye4beauty

Carmen Kass, Hobby-Schachspielerin und als "Model of the Year" eher auf den Catwalks der Modeschauen in Mailand, New York oder Paris zu Hause, bewirbt sich um einen Sitz im Europäischen Parlament.

Wenn es um den Einzug ins EU-Parlament in Strasbourg geht, nimmt sie kein Blatt vor den Mund und kommentiert die besonderen Qualifikationen eines Politikers:

"Man muss keine besonderen Voraussetzungen erfüllen, um Politiker zu sein. Schauen sie sich Arnold Schwarzenegger an".

Die gebürtige Estländerin, gerade einmal 25 Jahre jung, ist noch nicht auf offiziellen Schachturnieren gesichtet worden, aber das kann ja noch kommen.

Noch ist nicht entschieden, welcher Turnierveranstalter der Estländerin einen Freiplatz in einer der nächsten Promi-Simultanschachveranstaltung anbietet. Ein Spitzenplatz - zumindest als "Blickfang" - wäre ihr sicher.

 

Albert Einstein, Physiker

Die Physiker. Eine Verwechslung mit Albert Einstein, dem Physik-Nobelpreisträger, und GM Matthias Wahls ist allein schon vom äusseren Erscheinungsbild her ausgeschlossen.

Und doch erinnert Wahls in seinem Schachseminar "Die drei Dimensionen de Schachs" mit seiner Analogie auf die Physik und deren Relativitätstheorie an ähnliche gedankliche Modelle und erläutert, weshalb es im Schach ein "Gesetz der Relativität" gibt.

Im Mittelpunkt des Seminars "Die drei Dimensionen des Schachs", das vom Schachklub Bad Homburg 1927 e.V. ausgerichtet wurde, erläutert Wahls dieses Gedankenmodell und macht es anhand praktischer Beispiele aus der Großmeister-Praxis deutlich: Im modernen Schach geht es nicht nur um den schnöden Materialgewinn eines Bauern oder Springer, sondern um grundlegende Werteverhältnisse und die Transformation von einer Wertekategorie in eine andere. Auch für ambitionierte Vereinsspieler ist das Verständnis dieser Zusammenhänge in der Turnierpraxis von entscheidender Bedeutung.  >>>mehr.

Frankfurter Skyline

Die Optiker. Kleine Sehkunde.  Die Teilnehmer bei den Offenen Frankfurter Stadtmeisterschaften haben in der Regel ihren Blick starr auf die 64 Felder und die verborgenen Geheimnisse der Figurenpositionen fixiert, deshalb entgeht ihnen fast immer der wunderbare Anblick der Frankfurter Skyline, wie sie vom Austragungsort der Ballsporthalle in Frankfurt Am Martinszehnten zu geniessen ist. Höchstens werfen sie noch ein fachkundigen Blick auf die Tabellenstände und die Auslosung der nächsten Runde - Turnieralltag pur. Den Alltag mussten auch die Bad Sodener Teilnehmer Ulrich Götting und Geir Smith-Meyer kennenlernen, denn in dem starken Teilnehmerfeld muss jedes kleine Pünktchen hart erkämpft werden.

In der Runde 3 konnte unser derzeitiger "Wunderknabe" Geir gegen Andreas Göbel von Bett vorm Kopp´DWZ (1915) nicht gewinnen und mußte sich ausnahmsweise mal mit einer Niederlage zufrieden geben. In der nächsten Runde am kommenden Montag, den 17.05.04 spielt er gegen Georg Enders von Niederrau (DWZ 1797), da könnten die Chancen besser sein.

Auch Ulrich Götting tut sich bei diesem Turnier schwer, aber er hatte auch Pech bei seiner Auslosung. Nach dem Remis gegen Norgiew (noch ohne DWZ) kam er diesmal auch gegen Matthias Pluns von Bruchköbel (DWZ 1439) nicht über ein Remis hinaus.  Jetzt bekommt er in der 4. Runde auch noch einen Knaller mit Alexander Diehm (Eschbach/Usingen DWZ 1924) vorgesetzt.

Die Tabellenführung im starken Teilnehmerfeld teilt sich Ryhor Issermann (Oberursel) mit 3 Punkten mit 7 weiteren Spielen.

Auf zum nächsten Turnier:  am kommenden Dienstag, den 18. Mai ab 20  Uhr (19.30 Meldeschluß), startet der Schachclub Hattersheim im Posthof eine offene Stadtmeisterschaft. Gespielt werden 7 Runden nach Schweizer System bei einer Bedenkzeit von 2 h /40 Züge +30 Minuten für den Rest der Partie. Kontakt: Rainer Rauschenbach www.schachclub-hattersheim.de. Alle Termine finden Sie im Terminkalender.

Durch eine andere Vereinsbrille gesehen: Wie der Nachbarverein SC Flörsheim die letzte Runde so erlebt hat und worauf es denn bei den jüngsten Spielern in den Mannschaftsrunden wirklich ankommt: >>>hier

Die gebündelte Schach-Elite trat im Saisonfinale der Schachbundesliga an, als der Schachclub Baden-Oos mit Heimvortail auf die SG Porz zum entscheidenden Stichkampf traf. Insgesamt waren von der Weltelite die #2, #6, #14, #19, #29, #35, #41, #46, #54 und #85 im aktuellen FIDE-Ranking vertreten, hinzu kamen die jeweiligen Landesspitzenspieler #4, #5, #24, #40 aus Deutschland, die #2 aus Schweden und die #4 aus den Niederlanden. Erwartungsgemäss war es ein ganz knapper Kampf, am Ende hatte die SG Porz die Nase vorn und gewann damit die Deutsche Meisterschaft.

  SC Baden-Oos      - SG Porz    3,5 : 4,5 BW
13:13
R
1. GM Viswanathan Anand (2774) - GM Christopher Lutz (2631) 1 : 0 8:0 3
2. GM Alexei Shirov (2732) - GM Loek Van Wely (2661) 0 : 1 0:7 4
3. GM Peter Svidler (2723) - GM Ivan Sokolov (2693) ½ : ½ 0:0 2
4. GM Francisco Vallejo Pons (2662) - GM Ulf Andersson (2566) 1 : 0 5:0 5
5. GM Rustem Dautov (2610) - GM Alexander Graf (2643) 0 : 1 0:4 8
6. GM Dr. Robert Huebner (2604) - GM Mikhail Gurevich (2644) ½ : ½ 0:0 1
7. Rainer Buhmann (2527) - GM Rafael Vaganian (2623) 0 : 1 0:2 7
8. GM Ludger Keitlinghaus (2506) - GM Erik Van den Doel (2615) ½ : ½ 0:0 6

Alle Partien des Stichkamps >>>hier interaktiv nachspielen

Die Wikinger kommen! Im Mittelalter galt dieser Ruf als Warnung vor den wilden Eroberern aus Skandinavien.

Geir Smith-Meyer

Heute erinnert Geir Smith-Meyer, unser Spieler aus Norwegen, nur noch mit seiner Barttracht an das historische Vorbild, ansonsten ist er eher ein verbindlicher, freundlicher und ruhiger Zeitgenosse - es sei denn, er sitzt als Gegner am Schachbrett gegenüber.

Dann kann es schon mal vorkommen, dass er so manche Tricks vorbereitet hat und schon einmal eher selten gespielte Eröffnungsstrategien auf's Brett zaubert und auf die Widerlegung seines Gegners wartet. Beim derzeitig laufenden Steinbacher Nachbarschaftsturnier hat er damit schon Erfolg gehabt: so musste Titelverteidiger Roland Fay den Verwicklungen des Wolga-Benkö-Gambits Tribut zollen.

Auch der bisherige Tabellenführer Alois Schreyer (DWZ 1900) konnte in der jüngsten Runde seiner Favoritenrolle nicht ganz gerecht werden. Im Verlauf der Partie opfert Geir seinen Turm für den h6-Bauern, seinen f-Bauer für die positionelle Kontrolle der Läuferdiagonale mit Angriffschancen auf die  schwarze Königstellung, was fast gelungen wäre. Doch der erfahrene Schreyer verteidigt präzise, danach kann Geir ein Remis erzwingen.

Magnus Carlsen
Foto: Ole Valaker

Apropos Norweger: Geir's jüngerer Landsmann Magnus Carlsen aus Lommedal bei Oslo knüpft ebenfalls an die Wikinger-Tradition an und ist auf dem Wege, zu einer festen Grösse (sprich Wikinger-Schreck) im Welt-Schach zu werden.

Der am 30. November 1990 geborene Carlsen hatte im April 2004 in Dubai die Grossmeister-Norm geschafft, und das sogar noch in viel jüngeren Jahren als Wunderkind Bobby Fischer. Kurz zuvor hatte er bei einem Schnellschach-Turnier in Reykjavik keinen Geringeren als den FIDE-Weltranglisten-Ersten Garri Kasparow an den Rand einer Niederlage gebracht. Dem Russen blieb nur noch der Remis-Ausweg.

Offene Stadtmeisterschaften von Frankfurt/M: Geir Smith-Meyer gewinnt seine Partie gegen Andreas Lux aus Böblingen (DWZ 1808!), Ulrich Götting trennt sich Remis von Jürgen Norgiev aus Hofheim.

Schnellschach in Hattersheim. Das Turnier war mit 6 IM/FM sehr gut besetzt und 58 Teilnehmer hatten sich dafür gemeldet. IM Leonid Milov gewann mit mit 8,5 Punkten aus 9 Partien Auf dem 2. Platz landete bei ebenfalls 8,5 Punkten aber der etwas schlechteren Feinwertung  Moritz Nazarenus von den Sfr. Schöneck. Auf Platz 3 kam IM Anatoli Donchenko von Hungen-Lich. Unser aktiver Spieler Geir Smith-Meyer gewann 4 von 5 Partien und platzierte sich auf Rang 39. Doch im Verlauf des Turniers schaffte er auch eine kleine Überraschung und besiegte den späteren Gewinner des Seniorenpreises Wladimir Rapoport (Moskau), der für den SC Matt im Park Frankfurt/M spielt. Rapoport ist mit 2229 Elo-Punkten bzw. 2102 DWZ-Punkten kein Leichtgewicht, doch Geir Smith-Meyer verstand es geschickt, im taktisch geprägten Mittelspiel nach mehreren Abtausch-Mannövern einen Qualitäts-Vorsprung zu erkämpfen  - Rapoport gab kurz darauf die Partie auf. Bei einem Gegnerdurchschnitt von 1939 über 9 Runden gewann Smith-Meyer ausserdem gegen Willibald Richt und Stefan Jacobs.

Vereinsmeisterschaft: Überraschungen in Runde zwei. Die zweite Runde der Bad Sodener Vereins- und U18-Meisterschaften sind gestern abend zum Abschluss gekommen, dabei gab es einige faustdicke Überraschungen. Benjamin Felmy fand mit Schwarz in der Partie gegen Ulrich Götting keinen Weg, die Remisbreite zu überschreiten. Nach zähem Stellungskampf verflachte die Partie zum Ende hin und man einigte sich auf eine Punkteteilung. Ganz anders verlief dagegen die Partei Geir Smith-Meyer gegen Thomas Rödiger, die anfänglich eher geschlossen angelegt war und gegen Ende hin in ein taktisch geprägtes Endspiel mündete. Auch hier einigten sich die Spieler in unklarer Stellung mit beiderseitigen Chancen auf Remis. Michael Leach unterlag gegen Dr. Bittner mit Schwarz klar, während der amtierende Jugendmeister Christoph Leach aus einem klar verlorenen Bauernendspiel noch zu einem Remis gegen Kurt Fredershausen kam.

Eine vierköpfige Gruppe aus Hans-Walter Schmitt, Dr. Bittner, Daniel Großjohann und Gerolf Dietz führt nun mit jeweils zwei Punkten das Feld an, gefolgt von Gunnar Philipp und Thorsten Schöwer, ebenfalls mit zwei Punkten bei schlechterem Buchholz.

Im U18-Turnier führt Tobias Decker aufgrund der besten Buchholzwertung vor Max Arnold, Carsten Segesser, Georg Fidlschuster und Valerio Bello (alle 2 Punkte aus 2 Spielen). Da Christoph Leach als Titelträger des letzten Jahres diesmal bei den Erwachsenen antritt wird es hier also einen neuen Jugendmeister geben.

Die neuen Spielpaarungen der 3. Runde müssen spätestens bis zum 28. Mai gespielt werden. Noch besser ist es natürlich, sich frühzeitig mit dem Gegner auf einen gemeinsamen Termin zu verständigen. Sprecht Eure Gegner am besten gleich am nächsten Freitag an oder telefoniert miteinander, um die unschönen kampflosen Partien soweit möglich zu vermeiden. [Bericht von Turnierleiter Dr. Gunnar Philipp]
Alle Details zu Tabellenstand und Paarungsliste gibt's >>>hier.

Zahlen, Zahlen, Zahlen: Nachdem die Mannschaftsrunde der Saison 2003/2004 nahezu abgeschlossen ist, haben unsere Statistiker endlich wieder einmal den Taschenrechner einschalten können. Die inoffiziellen und vorläufigen DWZ-Auswertung ergeben ein insgesamt erfreuliches Bild: Zehn aktive Spieler haben sich erstmalig eine DWZ-Leistungsziffer unter Wettkampfbedingungen erkämpft: Sven Meisgeier, Else Mangold, Dr. Bernhard Wiedemann, Sebastian Spreng, Stefan Schmieder, Sebastian Straube, Marc Pohl, Christoph Petersen, Benedikt Kirsch und Carsten Segesser. Herzlichen Glückwunsch! Zusätzlich stehen 28 Spieler mit Restpartien auf dem Sprung zu einer DWZ-Wertung.

Ein Blick auf die Häufigkeitsverteilung (siehe untenstehendes Diagramm) zeigt einen Rückgang der Anzahl Spieler über 2000, hier hält Vereinsmeister Benjamin Felmy einsam die Spitzenposition ein. Doch in allen anderen DWZ-Bandbreiten spiegelt sich das gute organische Wachstum der Spieler-Anzahl und auch der Spielstärke im 3-Jahresvergleich wider.

April 2004

Ganz schnell für Langdenker: Die Frankfurter Offenen Stadtmeisterschaften 2004 beginnen mit der ersten Runde am kommenden Montag, 26. April (Anmeldung noch vor 18:45 möglich) in Frankfurt-Bonames. Die komplette Ausschreibung finden Sie hier. Titelverteidiger IM Stefan Reschke, Zweit- Bundesligaspieler, Hessischer Kader- und Landestrainer kommentiert in aller Bescheidenheit: "Es kann auch diesmal nur einen Sieger geben: Mich!" Allerdings könnte sein SV-Oberursel-Klubkamerad und Senkrechtstarter Ryhor Issermann (DWZ 2465 in nur drei Turnierauswertungen!) etwas anderer Meinung sein...

Schnellschach im Lorsbachtal: Eine besondere Erfahrung. Ein Teilnehmerbericht von Ulrich Götting.

Ulrich Götting: Anti-Zeitnot-Programm

Am 17.4. fand im Lorsbacher "Löwen" das bekannt-beliebte Schnellschachturnier über 11 Runden statt, Ausrichter ist der SV Hofheim. Trotz des schönen Wetters wollte ich die Gelegenheit nutzen, etwas für meine Schnelligkeit zu tun (Anti-Zeitnot-Programm) und um ein paar Eröffnungen auszuprobieren.

Unter Leitung von Konrad Neupert begann das Turnier pünktlich. Unter den 66 Teilnehmern waren außer den bekannten Haudegen wie den Doktoren Zunker und Brauner aus Hofheim auch die "üblichen Verdächtigen" auf den Turniersieg mit russischen und serbo-kroatischen Namen.

Gleich die erste Partie bescherte mir mit Gerd Treppner (FM) einen "Riesen": 0-1. Bis zur Mittagspause hatte ich aber trotzdem 2 1/2 Punkte aus 5 Runden geschafft. Am Nachmittag stellte ich gegen Dr.Brauner (DWZ: 2060) nach gutem Spiel in einem 100%-tot-remis-Endspiel meinen Läufer ein, erreichte gegen Füll/Hofheim (DWZ: 2005) remis in Gewinnstellung-aber-Zeitnot, verlor 1 Punkt gegen einen weiteren Gegner, weil ich nicht wegen einer Zugrücknahme streiten wollte, holte aber dann gegen starke Jugendliche aus Hofheim und Frankfurt Punkte.

Dialog mit einem der "Kids".

Er: ich habe gerade gewonnen - - gegen meinen Trainer!
Ich: Oh, dann bist Du wohl ganz gut ?!
Er: hmmmm
Ich: spiele Sizilianisch /Sweschnikow
Er: "Diese Eröffnung spiele ich am liebsten"

Ich bin etwas beeindruckt und lasse mir ein paar Züge später ein Pferd stehlen. Er sagt jetzt nichts mehr, wird aber zu meinem Glück übermütig, so kann mein anderes Pferd per Gabel einen seiner Türme abholen und irgendwie gewinne ich noch sicher. Am Ende hatte ich 5 Punkte und nach Wertung Platz 43. Turniersieger war Yuri Boidman, beste Dame: Julia Schlein bester Senior: Boris Buzow. [Ulrich Götting]

Die Alhambra in Granada

Die Tränen des Mauren.  „Beweine nicht wie ein Weib, was du nicht als Mann verteidigt hast“, erzählt die Legende. Dies seien die Worte der Mutter des letzten Maurenkönigs Boabdil gewesen, als sie sah, wie er im Jahre 1492 bei der Vertreibung der Mauren aus Andalusien einige Tränen beim Verlassen der Alhambra vergoss. König Boabdil verließ Granada kampflos, um die Paläste nicht zu zerstören. Seit damals ist dieser Ort in der Nähe von Granada als "El Suspiro del Moro" (der Seufzer des Mauren) bekannt.

Weiss am Zug

Über ein ähnliches Leid konnten die Schachspieler der ersten Mannschaft auch klagen, als sie wie Kiebitze die letzten Züge der Partie zwischen den Schachfreunden Taunus und Kelkheim in der MTS-Liga beobachteten - denn sie sollte die Entscheidung über den Aufstieg in die Landesliga bringen. Hier kämpfte Stephan Gutacker (Kelkheim) gegen Reinhard Roth (Sfr. Taunus) und könnte mit etwa 2 Minuten verbleibender Spielzeit eigentlich alles klar machen. Ein Sieg gegen Roth hätte den Mannschaftssieg für Kelkheim bedeutet und für die erste Mannschaft von Bad Soden hätte das zum Aufstieg in die Landesliga gereicht. Für reichlich Spannung war also gesorgt.

Aufsteig verpasst!
Die Tränen der Schutzpatronin des Schachclub Bad Soden

In der Schlussphase der Partie war Gutacker mit Weiß am Zug (siehe Diagramm). Er stand materiell (Dame gegen Turm) und positionell eigentlich klar auf Sieg. Eigentlich. Doch Roth mit Schwarz hatte sich auch etwas dabei gedacht. Wie die Partie dann letztlich ausging können Sie >>>hier nachspielen.

Die vielen "wenn" und "aber" und "hätte" und "könnte" zählen letztlich nur in der Nachbetrachtung, entscheidend ist die Partie auf dem Brett. Und so blieb es beim Seufzer der Kiebitze. Die Schutzpatronin Sodenia (Bild) der Sodener Schachspieler im Quellenpark verdrückte noch still eine Träne, dann war die Saison abgehakt.

Ganz schnell zum Schnellschachturnier: Am Samstag, den 17. April 2004 beginnt um 10:00 Uhr das 2. Hofheimer Schnellschach-Open in Hofheim-Lorsbach, Hofheimer Strasse 3 im Saal "Zum Löwen". Gespielt werden 11 Runden, Anmeldungen bis 30 Minuten vor Turnierbeginn möglich. Wo liegt Lorsbach? Hier finden: www.map24.de

Julien Leach (DWZ 1222)

Bei den Hessischen Jugend-Einzelmeisterschaften der Altersklasse U10 in Oberbernhards gewann Philipp Risius vor Sven Grünwald, doch dahinter platzierten sich gleich 4 Spieler aus dem MTS-Bezirk auf den nachfolgenden Plätzen: Julien Leach wurde Dritter, Michael Schmuklermann vom SV Hofheim platzierte sich auf Platz 4, dahinter folgten Christoph Leach an fünfter Stelle.  Frederik Schwarz (Flörsheim) vervollständigte das gute Abschneiden der MTS-Jugenlichen auf Platz 6. Doch damit nicht genug: Auch in der U12-Altersklasse gingen Julien und Christoph Leach an den Start und platzierten sich am Ende auf Rang 9 bzw. Rang 16.  Christian Specht (Flörsheim) gewann diese U12-Jugendmeisterschaft.

Bei den Hessischen Senioren-Einzelmeisterschaften erzielte Dr. Friedrich Bittner mit einer 50%-Quote Platz 8. Peter Hegner erzielte 5 aus 9 Punkten, erreichte Platz 24 in der Gesamtwertung und verbesserte seine DWZ-Wertung auf 1695.

 

Jana Krivec, Slovenien. Foto: chessbase.de

Jana Krivec (ELO 2301) Slovenien

Über die Selbstironie im Schach oder weshalb Jana so gut zu lachen hat.... „Selbstironie“ ist ein Teil des Humors, der sich nicht auf Kosten anderer lustig macht, sondern das eigene Ungeschick in den Mittelpunkt stellt – und dabei auch noch lächeln kann. Damit kommt zum Ausdruck, daß das „Schach-Spiel“ im Grunde genommen zwei Komponenten hat: Erstens „Schach“ mit der ganzen Theorie, Logik und was auch immer, zweitens das „Spiel“ als Komponente des Zeitvertriebs, des Vergnügens und des Ergötzens an den Fähigkeiten oder Unfähigkeiten. Mit der „Selbstironie“ rückt man das ganze wieder vom todernsten Wettkampf zum „Spiel“ zurecht. Wie viele Schachspieler ergehen sich in mannigfache Ausreden, wenn eine Partie „vergeigt“ wird – fast erinnert das an das Jammern hochbezahlter Bundesliga-Kicker („die Grashalme waren nicht gleichmässig in eine Richtung gekämmt“)… So könnte das Motto im Schach sein „Spielen um zu gewinnen – Verlieren um zu lernen“.

Manfred Herbold Foto: Schachtherapeut

Der Schachtherapeut:
Manfred Herbold

Manfred Herbold stellt auf seiner hervorragenden Webseite "Schachtherapeut" diesen Aspekt heraus und führt dort eine tiefsinnige Rubrik "Hall-of-Shame". Wenn dann noch eine Partie auf hohem Niveau vergeigt wird, kommt die Popularität quasi über Nacht.

Diese Erfahrung musste auch WIM Jana Krivec aus Slovenien (ELO 2301) bei den Europameisterschaften der Frauen in Dresden machen, als sie gegen WFM Heike Vogel (ELO 2152) antrat. Irgenwie war sie sehr stark darauf fixiert, mit der Dame in die gegnerische Stellung einzudringen und schnell die Qualität, nämlich Turm und Bauer gegen den eigenen Läufer zu gewinnen. Doch Heike Vogel hatte etwas ganz anderes im Auge: So entwickelte sich eine kurzweilige Partie ganz im Sinne des Schachtherapeuten >>>hier zum nachspielen. Erfreulich: Jana kann wieder lachen...

Gary Cooper spielte an der Seite von Grace Kelly in dem Fred Zinnemann Film "High Noon" den Sherriff Kane, der im Kampf gegen die Banditen keine Unterstützung der Bewohner erfährt. 

High Noon in Kelkheim: keine Unterstützung vom Nachbarverein. Zum Abschluss der MTS-Liga wurde es noch mal mächtig spannend. Was die Schalker Fussballfans als "Meister der Herzen" oder die Freunde um den ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Nationalspieler Ralph Weber als "Drama von Rostock" bezeichnen und damit an die tragischen Helden im Sport erinnern, galt diesmal für schachspielende Männer ohne Nerven. Diese mussten nach einer Marathon-Spielzeit von 7 Stunden am Brett noch in Sekundenbruchteilen komplexe Spielzüge berechnen und spannten so die Zuschauer auf die Folter. Eine Entscheidung beeinflusst nicht nur Sieg, Remis oder Niederlage, vielleicht auch die ganze Saison mit Aufstieg oder Relegation.

Noch sind die Spieler der ersten Mannschaft um Benjamin Felmy geschockt über das 4:4 Remis der Kelkheimer gegen die Schachfreunde Taunus und damit den knapp verpassten eigenen Aufstieg, denn nun führt Taunus die Abschlusstabelle der MTS-Liga punktgleich mit Bad Soden an, hat aber die Winzigkeit von 1,5 Brettpunkten mehr über die gesamte Saison erzielt.

Offensichtlich sind die Bad Sodener Spieler der ersten Mannschaft nun auch noch von einer Schreibblockade befallen und trauen sich nicht, angesichts des Dramas von Kelkheim einen diplomatisch korrekten Spielbericht hier auf diesen Seiten zu veröffentlichen.

Ersatzweise lesen wir, was die Schachfreunde aus Kelkheim, die sich ebenfalls noch einige Hoffnungen auf die MTS-Meisterschaften machten, dazu schreiben (http://www.schachfreunde-kelkheim.de/index.htm):

"Puh, da wurde das Rennen um die Meisterschaft ja nochmal spannend in der MTS-Liga.
Als nach ca. 4 Stunden die Zeitkontrolle vorüber war und wir den Zwischenstand aus Eppstein hörten, war jedoch klar, dass wir keine Chance auf die Meisterschaft mehr haben würden. Bad Soden führte nämlich 4:1 gegen Eppstein mit wahrscheinlichem 6:2 Ausgang.
In unserer Begegnung gegen den Tabellenführer stand es da gerade 3,5:1,5 bei einer Verlust-, einer schwierigen und einer Gewinnpartie, also einem sich abzeichnenden 4,5:3,5 für uns. Damit war zwar die Vizemeisterschaft möglich, aber die Sodener waren Brettpunktemäßig nicht mehr einzuholen.
Diese Annahmen wurden nach und nach Gewissheit: Bad Soden gewann sogar mit 6,5:1,5 in Eppstein und die zwei schwierigen Partien gingen tatsächlich verloren. Nun hatte unser Vorstand Stephan also die Meisterschaftsentscheidung zwischen SF Taunus und den Bad Sodenern in der Hand, deren Abgesandte inzwischen immer zahlreicher das Spiellokal der SF Taunus bevölkerten, um dem finalen Showdown beizuwohnen.
Stephan, der seinen Gegner im Mittelspiels bereits völlig überspielt hatte, wickelte ungenau in ein Endspiel mit zwei Mehrbauern bei verschieden farbigen Läufern plus je einem Turm ab. Trotz Remistendenz kämpfte er weiter und dank tatkräftiger Mithilfe seines Gegners konnte er durch ein schönes Qualitätsopfer ein gewonnenes Endspiel mit K+L+2B gegen K+T erreichen, sodass seinem Gegner nichts anderes blieb, als in ein Endspiel K+D gegen K+T abzuwickeln. Die Bad Sodener, die schon nicht mehr recht an eine Siegchance geglaubt hatten, bekamen nun Oberwasser und begannen bereits mit der Planung der Meisterschaftsfeier, als die abwechslungsreiche Partie erneut drehte: Stephan hatte durch die vorhergehende schwierige Endspielbehandlung so wenig Restzeit übrig, dass er beim Versuch die gegnerischen Figuren in die Ecke zu drängen eine Pattfalle des Gegners übersah und nach fast 7 Stunden harten Kampfes zwar eine Dame mehr hatte, sich den Punkt jedoch mit dem Gegner teilen mußte. Diese Partie war nur etwas für MÄNNER OHNE NERVEN...

 

Alexandra Kosteniuk

Alexandra Kosteniuk
Foto: methode.de

Show-Down in Dresden ist dann schon eher was für Männer mit Nerven. Wer sich an die häufigen taktischen Remis-Ergebnisse bei grossen Turnieren schon gewöhnt hatte, musste bei den in Dresden stattfindenden Europa-Meisterschaften der Frauen umdenken.

Nach zwölf Runden ist noch nicht alles entschieden: An der Spitze der Tabelle sind Zhaoquin Peng und Alexandra Kosteniuk mit 9 1/2 Punkten gleichauf.

Zhaoquin Peng

Zhaoquin Peng
Foto: chessbase.de

Und auch im Verfolgerfeld haben mit Irina Slavina, Antoaneta Stefanoa, Natialia Shukova sowie Nana Dzagnidze gleich vier Spielerinnen jeweils 8 1/2 Punkten und es ist noch lange nichts entschieden. So kommt es nach den Turnierregeln zum Showdown in Dresden.

Zunächst werden zwei 15-Minuten-Partien ausgetragen. Steht es danach immer noch unentschieden, wird die Bedenkzeit auf je 5 Minuten reduziert.

Jetzt ist für die schachspielende Männerwelt der Show Down vorbei. Im Stichkampf besiegte Alexandra Kosteniuk die lange in der Turniertabelle führende und aus den Niederlanden kommende Zhaoquin Peng mit 1,5 zu 0,5 Punkten.

Zum Saisonfinale ging es für die erste Mannschaft um die Wurst:  Es bestanden noch reelle Chancen auf den Aufstieg - und dementsprechend wurde mit Haken und Ösen an den Brettern gekämpft. Die erste Mannschaft von Bad Soden hatte in der letzten Runde ein Auswärtsspiel gegen die zweite Mannschaft von Eppstein. Hier trafen Alexander Sehr (mit Weiß) und Dr. Gunnar Philipp aufeinander. Nachdem Weiß mit dem Nimzovich-Larsen-Angriff gestartet war, bahnte sich im Mittelspiel nach Damenaustausch eher ein Remis an. Doch dann entschied im spannenden Endspiel letztlich wieder einmal die bessere Bauernstruktur. Wieso? >>>hier Partie nachspielen.

Torsten Schöwer

Torsten Schöwer

Neue Mitglieder.  Als neue Mitglieder im Schachclub Bad Soden begrüssen wir ganz herzlich Alexander Farhadi (*1992), Kevin Gram, Marco Gromball (*1994), Hilmar Klingkusch (*1994), Andreas Ohmer (*1994), Thomas Ohmer (*1992), Ben Raasch (*1995), Rüdiger Schilb (*1962), Thorsten Schöwer (*1969), Nikola Schulze (*1996) und Jannis Wolter (*1996).

Vereinsmeisterschaft 2004: die ersten Runden der Bad Sodener Vereins- und Jugendmeisterschaft konnten gestern komplettiert werden. Wie meistens bei Turnieren nach Schweizer System haben sich in der ersten Runde alle Favoriten durchgesetzt. Die nächsten Runden dürften nun zunehmend enger werden und wir dürfen gespannt sein, wann die ersten Remise oder sogar Außenseitersiege eintreten.Damit können wir auch direkt mit dem nächsten Durchgang starten. Die Tabellen nach der ersten Runde und die Spielpaarungen der zweiten Runde sind hier zu finden  Diese Runde wird spätestens am 30. April abgeschlossen, natürlich kann aber auch schon vorher gespielt werden. Die Ergebnisse tragt bitte wie immer im Aushang in der Halle ein oder meldet per Email an Dr. Gunnar Philipp.

Kein Scherz: Im ersten Quartal 2004 verzeichnete der Schachclub Bad Soden 2528 Besucher auf dieser Webseite, d.h. pro Monat durchschnittlich über 840 Besucher. Vielen Dank.

Chessbase.de versucht, gutgläubige Leser in den 1. April zu schicken.

Bad Soden, 1. April 2004 0:12 Uhr.  Ein aufmerksamer Webmaster liess sich kein X für ein U vormachen und recherchierte gründlich nach - denn die Story hätte zu schön sein können: In grosser Aufmachung berichtete das in Deutschland wohl führende Schach-News-Online-Magazine Chessbase.de (www.chessbase.de) über neue geplante FIDE-Regelungen zum leidigen Thema der kurzzügigen Remis-Vereinbarungen:

"Fide greift durch: Ergebnisreform schon im Oktober
01.04.2004 Die vielen zuschauerfeindlichen kurzzügigen Großmeisterremisen auf Spitzenturnieren, aber auch in den Ligen und nationalen und internationalen Meisterschaften hat die Fide- Regelkommission auf den Plan gerufen. Innerhalb kürzester Zeit wurde eine Regelreform ausgearbeitet, der schon bei der kommenden Schacholympiade in Mallorca im Oktober in Kraft treten soll. Bei einer Pressekonferenz in Moskau sagte Ilyumshinov gegenüber Pressevertretern: "Die kurzen oft abgesprochenen Remisen, schaden dem Ansehen des Schachs und schmälern seine Chancen auf Teilnahme an den Olympischen Spielen. Die neue Regelreform wird dies radikal ändern."

Die neue Regel sieht nach den Wünschen der Chessbase.de-Redakteure folgendes vor:

1. Für eine gewonnene Partie bekommt der Sieger 1 Punkt (wie bisher)
2. Für eine verlorene Partie bekommt der Verlierer 1/2 Punkt (Neu!)
3. Bei Remis gibt es 0 Punkte für beide Spieler (Neu!)

Doch dann enttarnt sich die Redaktion selbst als Schöpfer eines April-Scherzes und treibt die Posse auf die Spitze: "Die Fide erwartet auch große und positive Auswirkungen für die Elo-Liste. Fide-Präsident Ilymshinov will dann sogar noch weiter gehen und die gesamte Elo-Liste rückwirkend nach den neuen Ergebnisregeln neu ausrechnen lassen. "Wir sind sehr gespannt, wer dann die neue Nummer Eins ist."

Was zu schön war um wahr zu sein, entpuppte sich bei einer im Internet-Leben schon eher routinemässigen Überprüfung zusätzlicher Nachrichtenquellen. Weder die englischsprachige Seite von Chessbase.com noch die FIDE selbst berichteten über ähnliche Absichten. Offensichtlich sind die deutschsprachigen Chessbase.de Redakteuere bei der Übersetzung ins Englische etwas ins Hintertreffen geraten und haben erkennbar den Redaktionsschluss verpasst. Ein kleiner Tip für das nächste Jahr: "1. April" [deutsch] = "April Fool's Day" [englisch]. Nice try, guys.... 

DSDS Deutschland sucht den Superstar. Über mangelnde Jobperspektiven bräuchten sich diese Damen keine besondere Sorgen machen. Falls einige der charmanten Teilnehmerinnen an den Europäischen Schachmeisterschaften der Frauen in Dresden nicht auf den vorderen Rängen landen und lukrative Sponsoren-Verträge aushandeln können, bliebe ihnen die Tür zur glitzernden Boulevard-Medienwelt á la "DSDS" oder "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" sicherlich weit offen.

Olga Alexandrova Alexandra Kosteniuk Inna Gaponenko
Zhaoqin Peng Elizabeth Paehtz Tea Bosboon-Lanchava
Anna Sharevich Jovanka Houska Iweta Radziewicz
Maia Iomineishvili Nataliya Shukova Marta Zielinska

Zwar hatte  Alexandra Kosteniuk (http://www.kosteniuk.com/) schon Erfahrungen gesammelt, als sie als "Glamour-Girl in Schwarz und Weiß" vermarktet wurde. Doch im Gegensatz zu ihrer russischen Landsmännin Anna Kournikova, die als Tennissportlerin und "Glamour-Girl" öfters die Bilderseiten der Regenbogenpresse als die Siegerlisten bei Tennisturnieren füllt, ist Kosteniuk schach-sportlich sehr erfolgreich: Als mehrfache Frauen-Weltmeisterin (1996, 1998 und derzeitige Vize-Weltmeisterin 2001) liegt Alexandra auf Platz 15 der FIDE-Frauen-Rangliste.

Doch die anderen Spielerinnen haben eher die 64 schwarz-weißen Felder im Kopf und kämpfen im Dresdner Turnier um Sieg oder Niederlage.

Mit Jovanka Houska vom Bundesligisten SV Hofheim und Jessica Nill vom SC Baden-Oos sind auch zwei Hessen-Mädchen mit von der Partie. Houska started zwar für die englische Nationalmannschaft, doch mit Jessica Nill, die ihre Wurzeln beim 1. Hainstädter SC 1950 in der tiefsten Rödermark hat, ist eine waschechte Hessin vertreten.

Nachdem 9 von 12 Runden gespielt sind, zeichnet sich ab, dass Pia Camling aus Schweden ihren EM-Titel nicht erfolgreich verteidigen kann. Mit Zhaoquin Peng, die für die Niederlande startet und nicht zu verwechseln mit ihrem chinesischen Namensvetter Xiaomin Peng (ELO 2595 und Nummer 5 in der China-Rangliste) ist, liegt eine Favoritin zur Zeit mit einem halben Punkt Vorsprung an der Spitze der Tabelle.

 

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